10-Euro-Eintritt für Gräfrath-Marktfest: Senioren fühlen sich ausgeschlossen
Philipp Schulte10-Euro-Eintritt für Gräfrath-Marktfest: Senioren fühlen sich ausgeschlossen
Eintrittsgeld von 10 Euro für das Gräfrath-Marktfest sorgt für Kritik
Der Seniorenbeirat Solingen übt scharfe Kritik an der Einführung eines Eintrittsgelds in Höhe von 10 Euro für das Gräfrath-Marktfest. Die Gruppe argumentiert, dass die Gebühr ältere Bürger mit geringem Einkommen unfair ausschließt. Für viele Rentner werde der Besuch der Veranstaltung dadurch erschwert – obwohl das Fest seit langem eine wichtige Rolle für den Zusammenhalt in der Gemeinschaft spielt.
Die Debatte entzündete sich, nachdem die Veranstalter die Gebühr mit steigenden Sicherheitskosten begründeten. Kritiker hinterfragen jedoch, ob die Besucher diese finanzielle Last tragen sollten. Besonders die Arbeitsgruppe „Altersarmut“ des Seniorenbeirats hält den Preis für überzogen und weist darauf hin, dass lediglich 2 Euro als Essensgutschein zurückerstattet werden.
Der Beirat betont, dass ein kostenloser Familientag am Sonntag älteren Menschen, die allein leben, kaum nützt. Stattdessen schlägt er gestaffelte Preise, Seniorenrabatte oder eine stärkere städtische Förderung vor, um die Erschwinglichkeit zu gewährleisten. Die Bedenken spiegeln ein größeres Problem wider: Altersarmut in Solingen, wo viele mit kleinen, festen Einkommen auskommen müssen.
Für ältere Bewohner war das Fest traditionell ein zentraler sozialer Treffpunkt, der Verbindung und Austausch bot. Die neue Gebühr untergrabe laut Beirat diesen Geist der Inklusion. Ohne fairere Lösungen drohe die finanzielle Hürde die Isolation derer zu verstärken, die ohnehin schon kämpfen.
Der Streit um das Gräfrath-Marktfest wirft grundsätzliche Fragen auf: Wie lassen sich wirtschaftliche Zwänge mit sozialer Verantwortung in Einklang bringen? Der Seniorenbeirat besteht darauf, dass der Zugang zu Gemeinschaftsveranstaltungen nicht vom Geldbeutel abhängen dürfe. Sein Appell zielt darauf ab, das Fest als Ort für alle – unabhängig vom Einkommen – zu bewahren.






