2.300 Ratinger evakuiert: Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft
Julian Franke2.300 Ratinger evakuiert: Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft
In der Nacht zum Dienstag wurde in Ratingen eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft. Die Aktion zwang zur Evakuierung von 2.300 Anwohnern, darunter auch Bewohner zweier Seniorenheime. Verzögerungen bei der Räumung des Gebiets zogen sich über mehrere Stunden hin und sorgten für erhebliche Beeinträchtigungen in der Innenstadt.
Die 227 Kilogramm schwere Blindgängerbombe war an der Angerstraße entdeckt worden, woraufhin die Behörden wichtige Verkehrswege sperrten. Abschnitte des Hauser Rings und umliegender Straßen wurden als Teil der Evakuierungszone gesperrt. Auch Geschäfte in der Umgebung schlossen früher, um die kontrollierte Entschärfung zu ermöglichen.
Die Stadt Ratingen organisierte gemeinsam mit der Feuerwehr und dem Katastrophenschutz die Evakuierung der Seniorenheim-Bewohner. Rund 400 Menschen wurden vorübergehend im Rathaus untergebracht, während Fachkräfte an der Bombe arbeiteten. Einige ältere Personen fühlten sich während der Wartezeit unwohl, erhielten aber vor Ort sofortige medizinische Hilfe. Gegen 1.30 Uhr nachts konnten schließlich alle Heimbewohner in ihre Zimmer zurückkehren. Das Frühstück am folgenden Morgen wurde angepasst, um denen, die zusätzliche Ruhe benötigten, entgegenzukommen. Für manche ältere Bewohner weckte der Bombenfund schmerzhafte Erinnerungen an die Unsicherheiten der Kriegszeit.
Die Entschärfung verlief ohne größere Zwischenfälle, doch die Evakuierung hatte für erhebliche Störungen gesorgt. Nach der Entwarnung öffneten Straßen und Geschäfte in der Ratinger Innenstadt schrittweise wieder. Die Anwohner – besonders die älteren – mussten sich von den nächtlichen Strapazen erholen.
