35 Jahre Geisterparade: Köln feiert mit Protest und Karnevalszauber für bezahlbaren Wohnraum
Philipp Schulte35 Jahre Geisterparade: Köln feiert mit Protest und Karnevalszauber für bezahlbaren Wohnraum
Kölner Geisterparade feiert 35. Jubiläum mit Protest und Karnevalsflair in der Nähe der Kölner Stadt. Tausende zogen unter dem diesjährigen Motto für eine gerechtere Wohnungspolitik durch die Straßen. Die Veranstaltung verband politische Botschaften mit dem berühmten Kölner Karnevalsgeist. Angeführt wurde der Umzug von Erich Hermans, verkleidet als Ähzebär und mit einer selbstgebastelten Rummelpott-Trommel. Er hatte 1993 – nur zwei Jahre nach dem ersten Aufmarsch – die organisierende Gruppe Ähzebär un Ko e.V. mitgegründet. Der diesjährige Spruch "Allerhööchste Zick för en andere Wohnungspolitik – mer können nit all em Dom schlofe" unterstrich die Dringlichkeit von Wohnungsreformen. Die Teilnehmer trugen auffällige Kostüme passend zum Thema: von Häusern auf dem Kopf bis zu Plakaten gegen Mietpreiserhöhungen. Neben den politischen Aussagen zeigte der Umzug wie gewohnt kreativen Esprit. Riesige Tierfiguren, sogenannte Schnappviecher, marschierten neben einem gewaltigen Tintenfisch aus recycelten Plastikflaschen. Geister, Hexen und Fabelwesen füllten die Route und sorgten für eine festliche Stimmung. Anders als in den Vorjahren endete die Parade diesmal nicht mit einer Kundgebung. Stattdessen versammelten sich die Menschen im Odonien zu Live-Musik und Auftritten. Wie immer blieb die Veranstaltung umweltbewusst: Es wurden keine Süßigkeiten geworfen, und alle waren eingeladen, spontan mitzumachen. Im Laufe der Jahre ist die Geisterparade organisch gewachsen und zieht jährlich mehr Teilnehmer an. Die 35. Auflage verband Aktivismus mit Spektakel und lenkte die Aufmerksamkeit auf Wohnungsprobleme, ohne die Traditionen zu vernachlässigen. Der Wechsel zu einem festlichen Finale im Odonien brachte eine neue Note in die langjährige Veranstaltung. Organisatoren und Teilnehmer setzten sich weiterhin für Veränderungen ein – und bewahrten dabei den Geist der Kölner Karnevalskultur.
