AfD-Kundgebung in Münster-Coerde: Gegenprotest übertrifft Teilnehmerzahl um das Siebenfache
Lina SchmidtAfD-Kundgebung in Münster-Coerde: Gegenprotest übertrifft Teilnehmerzahl um das Siebenfache
Rechtsextreme Kundgebung der AfD in Münster-Coerde – Gegenprotest übertrifft Teilnehmerzahl deutlich
Am Samstagmorgen fand in Münster-Coerde eine rechtspopulistische Kundgebung der Alternative für Deutschland (AfD) statt. Rund 60 Parteianhänger versammelten sich am Hamannplatz, während sich in der Nähe eine deutlich größere Gegenkundgebung mit etwa 450 Teilnehmern formierte. Die Polizei hielt beide Gruppen während der gesamten Veranstaltung strikt voneinander getrennt.
Die AfD-Veranstaltung, die für den 7. Februar 2026 um 9:00 Uhr angesetzt war, zog auch den Landespressesprecher der Partei an. Die Kundgebung folgte auf Monate wachsender Zustimmung im Bezirk seit der Wahl 2022. Unterdessen hatten das Bündnis "Keinen Zentimeter den Nazis" und die lokale Initiative "Coerde ist bunt" zu einer Gegen demonstration aufgerufen.
Unter den Gegenprotestlern befand sich Eve Lyn Gardias, eine Anwohnerin aus Coerde und Mitglied von "Coerde ist bunt". Sie kritisierte die AfD dafür, keine echten politischen Lösungen anzubieten, sondern stattdessen marginalisierte Gruppen für gesellschaftliche Probleme verantwortlich zu machen. Die Gegenkundgebung spiegelte dabei auch den breiten Widerstand wider, der sich bereits in anderen Münsteraner Stadtteilen wie Hiltrup 2021 oder bei stadtweiten Demonstrationen gezeigt hatte.
Auf der AfD-Kundgebung äußerte sich der 22-jährige Erzieher Linus aus dem Umland von Münster unterstützend. Er ist der Meinung, Deutschland brauche eine strengere Wirtschaftspolitik und schärfere Kontrollen bei der Migration. Trotz der unterschiedlichen Positionen sorgte die Polizei dafür, dass beide Gruppen getrennt blieben und es zu keinen direkten Auseinandersetzungen kam.
Die Veranstaltung unterstrich die tiefen politischen Gräben in Münster-Coerde. Während die AfD nur eine kleinere Anhängerschaft mobilisieren konnte, wurde sie von der Gegenkundgebung zahlenmäßig deutlich übertroffen. Die Behörden bestätigten, dass es während der Demonstrationen zu keinen größeren Vorfällen gekommen sei.
