20 February 2026, 12:39

AfD-Skandal: Wird eine 80-jährige Frau nur als Strohfrau für Parteigünstlinge beschäftigt?

Ein Mann in militärischer Uniform sitzt an einem Tisch mit dunklem Hintergrund, als Verteidigungsminister identifiziert durch den Text am unteren Rand des Bildes.

AfD: Klaus Esser sollte nicht mehr nicht arbeitende Senior beschäftigen - AfD-Skandal: Wird eine 80-jährige Frau nur als Strohfrau für Parteigünstlinge beschäftigt?

Klaus Esser, AfD-Landesabgeordnete in Nordrhein-Westfalen, sieht sich mit internen Parteisanktionen und gerichtlichen Verfahren wegen angeblicher Verstöße gegen Parteiregeln und gefälschter Qualifikationsnachweise konfrontiert. Die Affäre eskalierte, nachdem bekannt wurde, dass in seinem Büro offiziell eine 80-jährige Frau, Rosemarie Z., beschäftigt ist. Seitdem stellt sich die Frage, ob sie die Stelle tatsächlich aktiv ausfüllt – oder ob es sich um einen Fall von Vetternwirtschaft innerhalb der Partei handelt.

Im Mittelpunkt steht Rosemarie Z., deren Anstellung wegen ihres Alters und der Art ihrer Aufgaben kritisch hinterfragt wird. Ihr Ehemann, Werner Z., soll Teil eines informellen Netzwerks um Esser sein. Beobachter berichten, dass Werner Z. Parteiveranstaltungen häufig früh verlässt, angeblich um sich zu Hause um seine Frau zu kümmern. Kritiker vermuten jedoch, dass ihre Stelle vielmehr dazu dient, seinen eigenen Einfluss in der Partei abzusichern.

Esser wies Vorwürfe der Bevorzugung zurück und argumentierte, er setze sich für eine stärkere Einbindung älterer Menschen in die parlamentarische Arbeit ein. Doch der Fall spiegelt größere Bedenken innerhalb der AfD wider, wenn es um die Besetzung politischer Positionen mit Familienmitgliedern geht. So sah sich etwa Markus Frohnmaier, Landesabgeordneter in Baden-Württemberg, ähnlichen Fragen ausgesetzt, nachdem seine Frau 2025/2026 im Rahmen der sogenannten Vetternwirtschafts-Affäre bei einem AfD-Bundestagsabgeordneten angestellt worden war.

AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel räumte ein, dass solche Beschäftigungspraktiken Missbrauchspotenzial bergen. Sie forderte klarere rechtliche Regelungen, um Interessenkonflikte zu vermeiden, wenn Politiker Angehörige oder enge Vertraute einstellen. Das Ehepaar Z. hingegen äußerte sich bisher nicht zu den Vorwürfen.

Essers Probleme beschränken sich jedoch nicht auf den Personalstreit. Parteigremien haben interne Verfahren gegen ihn eingeleitet, darunter ein mögliches Amtsverbot, wegen separater Vorwürfe wie Regelverstößen und gefälschten Qualifikationen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen stehen noch aus.

Die Kontroverse unterstreicht die anhaltende Debatte über Transparenz bei politischen Personalentscheidungen in der AfD. Weidels Reformbemühungen deuten darauf hin, dass die Partei ihre Richtlinien für die Anstellung von Familienmitgliedern verschärfen könnte. Bis dahin bleibt Essers Fall – und die offenen Fragen um Rosemarie Z. – ungeklärt, während sowohl interne als auch öffentliche Prüfungen voraussichtlich anhalten werden.

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