02 May 2026, 12:17

Apothekenreform am Scheideweg: Forderungen der Branche vor Kabinettsentscheid

Plakat mit Text, der besagt, dass Big Pharma die Amerikaner im Jahr 2022 zwei- bis dreimal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat, begleitet von Flaschen und einer Spritze.

Apothekenreform am Scheideweg: Forderungen der Branche vor Kabinettsentscheid

Die Zukunft der Apotheken in Deutschland steht nach Worten von Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR), an einem Scheideweg. Auf der heutigen Mitgliederversammlung forderte er dringende Nachbesserungen an der anstehenden Apothekenreform und warnte, dass die aktuellen Gesetze die zentralen Herausforderungen des Sektors nicht ausreichend berücksichtigen.

Der Reformentwurf soll am 17. Dezember vom Kabinett beraten werden, die erste Lesung im Bundestag ist für Ende Januar geplant. Hoffmann betonte, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, um vor der endgültigen Abstimmung Ende April noch Änderungen durchzusetzen.

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Drei zentrale Forderungen stellte Hoffmann in den Mittelpunkt: Erstens pochte er auf eine Erhöhung der Festbetragsvergütung für Apotheken – für ihn die oberste Priorität, um eine faire Bezahlung zu gewährleisten. Zweitens forderte er die Abschaffung des Rabattverbots für Barzahlungen, eine langjährige Einschränkung in der Branche. Beide Maßnahmen seien unerlässlich, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Apotheken zu sichern, da die Nachfrage das Angebot zunehmend übersteige.

Der Reformdruck hatte sich bereits im Frühjahr durch ein Positionspapier von Apothekenfachleuten verstärkt. Darin waren Hoffnungen auf bessere Bezahlung formuliert worden, die sich auch im Koalitionsvertrag im Apothekenkapitel widerspiegeln. Dennoch warnte Hoffmann, dass das aktuelle Recht keine klaren Wege aufzeige, um pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) mehr Mitspracherechte einzuräumen – ein zentraler Streitpunkt.

Geplante Proteste der Branche wurden vorerst bis zum 17. Dezember ausgesetzt. Stattdessen liegt der Fokus auf dem Dialog mit Politikern, um eine Eskalation zu vermeiden. Die ABDA, der Bundesverband der Deutschen Apotheker, hat bereits konkrete Stellen im Entwurf identifiziert, an denen dringender Handlungsbedarf besteht.

Hoffmann bezeichnete die aktuelle Situation als Weichenstellung für das deutsche Gesundheitswesen. Angesichts des rasanten gesellschaftlichen Wandels könne das bestehende System die Versorgungssicherheit nicht mehr gewährleisten, so der Apothekerkammer-Präsident. Die Reform müsse sich diesen Veränderungen anpassen – andernfalls drohe der Sektor weiter zurückzufallen.

Der Zeitplan für die Apothekenreform steht nun fest: Die Kabinettsbefassung am 17. Dezember markiert den nächsten entscheidenden Termin. Sollten die geplanten Änderungen die Fragen der Vergütung und des Barzahlungsrabatts nicht lösen, könnte der Druck auf die Branche weiter steigen. Das Ergebnis wird zeigen, ob Apotheken den wachsenden Anforderungen in einem sich wandelnden Gesundheitswesen gerecht werden können.

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