02 February 2026, 22:17

Apotheker droht 200.000-Euro-Nachzahlung nach Steuerprüfung und Betrugsfall

Ein alter Beleg mit einem gelben Haftzettel darauf, auf dem wahrscheinlich der Text steht, der darauf hindeutet, dass es sich um eine Rechnung von C.F. Asal Kurschner handelt.

Apotheker droht 200.000-Euro-Nachzahlung nach Steuerprüfung und Betrugsfall

Dr. Frank Leimkugel, ein pensionierter Professor und Apothekenbesitzer, sieht sich einer Steuerprüfung gegenüber, die zu einer strittigen Nachforderung von bis zu 200.000 Euro geführt hat. Bei den Ermittlungen wurden fehlende Unterlagen im Zusammenhang mit der "Testrezept"-Funktion seiner Apothekensoftware aufgedeckt. Leimkugel bezeichnet das Verfahren als ungerecht und wirft den Steuerprüfern vor, lediglich auf Einnahmequellen aus zu sein.

Bei der Prüfung kam zudem ans Licht, dass eine ehemalige Mitarbeiterin die Kasse manipuliert hatte, um etwa 45.000 Euro zu stehlen.

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Das Finanzamt hatte zunächst 80.000 Euro an zusätzlichen Forderungen für Privatrezepte geltend gemacht. Dieser Punkt konnte mit Hilfe eines Datenforensik-Experten geklärt werden. Allerdings bleibt eine separate Nachforderung über 70.000 Euro bestehen, die auf eine nachlässige Nutzung der "Testrezept"-Funktion zurückgeführt wird.

Leimkugel argumentiert, viele Apotheker würden diese Funktion unachtsam nutzen, und empfindet die Prüfung als "schmutzigen Trick". Um mögliche Kosten abdecken zu können, hat er bereits seine Altersvorsorge angegriffen – was seine Verärgerung noch verstärkt.

Der Anbieter seiner Bestandssoftware, Pharmatechnik, betont, dass die "Testrezept"-Funktion den GDPdU-Richtlinien entsprechend ordnungsgemäß dokumentiert werde. Dennoch stellte das Finanzamt Lücken in der Belegführung für auf diesem Weg abgewickelte Vorgänge fest. Aktuell gibt es keine Daten dazu, wie viele deutsche Apotheken diese Funktion nutzen, und es existieren auch keine allgemein empfohlenen Alternativen für eine steuerkonforme Handhabung.

Neben den Problemen mit der Software deckte die Prüfung zudem den Diebstahl durch die ehemalige Mitarbeiterin auf. Die Person hatte das Kassensystem manipuliert, um rund 45.000 Euro zu veruntreuen, was Leimkugels finanzielle Lage zusätzlich belastet.

Die insgesamt strittige Summe könnte sich auf bis zu 200.000 Euro belaufen, darunter auch Vorwürfe wegen Unterschlagung. Während Leimkugel die Prüfungsmethoden kritisiert, hält das Finanzamt an seinen Feststellungen fest. Der Fall wirft erneut Fragen zu den Dokumentationspraktiken in Apothekensoftware auf und zeigt die Risiken interner Veruntreuung.