02 May 2026, 10:17

Apothekerkammer Nordrhein muss Millionen an Mitglieder zurückzahlen – und geht in Berufung

Altes Buch mit dem Titel 'Berichte ausgewählter Fälle vor den Gerichten von Westminster-Hall sowie die Meinung von John Lord Fortescue' geöffnet auf einer Seite mit schwarzer Tinte

Apothekerkammer Nordrhein muss Millionen an Mitglieder zurückzahlen – und geht in Berufung

Die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) sieht sich mit rechtlichen Herausforderungen konfrontiert, nachdem ein Gericht entschieden hat, dass sie übermäßig hohe Rücklagen gebildet hat. Das Urteil löste eine Welle von Klagen aus – Mitglieder fordern die Rückerstattung von Beiträgen, die zwischen 2021 und 2024 gezahlt wurden. Die Kammer hat nun Berufung eingelegt und damit den Weg für einen langwierigen Rechtsstreit geebnet.

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf stellte fest, dass die AKNR Vermögen in einem Umfang angehäuft hatte, der über das gesetzlich zulässige Maß hinausgeht. Nach deutschem Recht dürfen Berufskammern wie die AKNR nur Rücklagen bilden, die für ihre gesetzlichen Aufgaben erforderlich sind. Das Gericht verfügte, dass die Kammer ihre Mittel reduzieren und einen Teil der Mitgliedsbeiträge an die Mitglieder zurückerstatten muss.

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Auslöser für das Urteil war ein Beschluss der AKNR vom November 2020, mit dem die Obergrenze für die Beitragshöhe aufgehoben wurde – eine Entscheidung, die seitdem auf Kritik stößt. Initially hatten vier Mitglieder Klage gegen die Beitragsbescheide für die Jahre 2021 bis 2024 eingereicht. Mittlerweile sind 90 weitere Klagen gegen die Beitragsbescheide für 2025 anhängig, und in den kommenden Monaten werden noch mehr erwartet.

Die AKNR hat daraufhin Berufung beim Oberverwaltungsgericht Münster (OVG) eingelegt. Zudem plant die Kammer, eine detaillierte Haushaltsaufstellung zu veröffentlichen, um die rechtlichen Argumente der Kläger zu entkräften. Rechtsanwalt Dr. Stefan Kobes, der die AKNR vertritt, warnte, das Urteil setze ein gefährliches Präzedenzfall. Es könnte die finanzielle und gesetzliche Unabhängigkeit aller Berufskammern gefährden, so Kobes.

Die AKNR hat bereits damit begonnen, ihre Rücklagen gemäß den gerichtlichen Vorgaben abzubauen. Doch das Ergebnis des Berufungsverfahrens wird entscheiden, ob weitere Rückerstattungen oder Anpassungen notwendig werden.

Das Urteil zwingt die AKNR, ihre Rücklagen zu kürzen und Beiträge an die Mitglieder zurückzuzahlen. Scheitert die Berufung, könnte die Kammer mit zusätzlichen Klagen und finanziellen Korrekturen konfrontiert werden. Der Fall könnte zudem Auswirkungen darauf haben, wie andere Berufskammern künftig ihre Haushalte verwalten.

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