BaFin ermittelt gegen Gerresheimer wegen fragwürdiger Bilanztricks mit "Bill-and-Hold"-Verträgen
Lina SchmidtGerresheimer: Bafin kündigt weitere Bilanzprüfungen an - BaFin ermittelt gegen Gerresheimer wegen fragwürdiger Bilanztricks mit "Bill-and-Hold"-Verträgen
Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat eine neue Untersuchung gegen den Pharmaverpacker Gerresheimer eingeleitet – diesmal wegen Bedenken hinsichtlich der Bilanzierungspraktiken des Unternehmens. Die Behörde kritisierte insbesondere den Einsatz von "Bill-and-Hold"-Verträgen, bei denen Waren bereits vor der Auslieferung in Rechnung gestellt werden. Die Ankündigung löste einen deutlichen Kursrutsch der Gerresheimer-Aktie im nachbörslichen Handel aus.
Im Mittelpunkt der aktuellen Prüfung steht der Vorwurf, Gerresheimer könnte seine Jahreszahlen durch vorzeitige Umsatzverbuchung aufgebläht haben. Die BaFin wirft dem Unternehmen vor, die Abwicklung der "Bill-and-Hold"-Geschäfte könnte ein verzerrtes Bild der finanziellen Lage vermitteln. Bei solchen Verträgen werden Rechnungen bereits gestellt, bevor die Produkte beim Kunden eintreffen – was Fragen zur Transparenz aufwirft.
Die neue Untersuchung bezieht sich auf den Zeitraum vom 1. Dezember 2024 bis 31. Mai 2025. Zudem weitete die BaFin eine bereits laufende Prüfung der Finanzberichterstattung von Gerresheimer aus. Die Schritte der Aufsichtsbehörde deuten auf tiefgreifendere Zweifel an der Einhaltung der Bilanzierungsstandards durch das Unternehmen hin.
Anleger reagierten prompt auf die Nachricht: Die Aktie von Gerresheimer gab im Späthandel deutlich nach. Die Ankündigung erhöht den Druck auf das Unternehmen, das sich bereits mit verschärfter Regulierungsaufsicht konfrontiert sieht.
Gerresheimer muss sich nun einer verlängerten Prüfung sowie einer zusätzlichen Sonderuntersuchung der BaFin stellen. Der Fokus der Behörde auf "Bill-and-Hold"-Verträge und die Finanzberichterstattung könnte zu weiteren Erkenntnissen führen. Die Aktie des Unternehmens hat bereits Federn lassen müssen – ein Zeichen für die Sorgen der Anleger angesichts möglicher Unregelmäßigkeiten.
