Bankschließfächer: Warum Ihr Schmuck und Bargeld oft ungeschützt sind
Julian FrankeSparkasse Gelsenkirchen: Wie schlecht sind Bank-Schließfächer anderswo versichert - Bankschließfächer: Warum Ihr Schmuck und Bargeld oft ungeschützt sind
Kunden, die Wertgegenstände in deutschen Bankschließfächern lagern, gehen oft unkalkulierbare Risiken ein. Viele glauben, ihr Eigentum sei umfassend versichert – doch das ist häufig nicht der Fall. Zahlreiche Großbanken schließen automatischen Versicherungsschutz aus oder setzen strenge Obergrenzen für Entschädigungszahlungen durch.
Eine aktuelle Untersuchung zeigt: Die meisten Banken in Deutschlands größten Städten verlangen von Kunden keinen separaten Versicherungsschutz für Schließfächer. Doch das bedeutet keineswegs vollständigen Schutz. Die Sparkasse Gelsenkirchen etwa deckt den Inhalt nur bis zu 10.300 Euro ab. Die Hamburger Sparkasse (Haspa) bietet zwar eine höhere Standardgrenze von 40.000 Euro, doch selbst diese Summe reicht bei hochwertigen Gegenständen oft nicht aus.
Die Deutsche Bank geht einen anderen Weg: Sie bietet Versicherungsschutz nur auf expliziten Kundenwunsch – und auch nur, wenn die Versicherungssumme vorher vereinbart wurde. Viele Kontoinhaber wissen daher gar nicht, dass sie im Schadensfall ungeschützt dastehen. Experten warnen: Ohne ausreichende Absicherung können Diebstahl oder Beschädigung erhebliche finanzielle Verluste nach sich ziehen. Zwar sind Banken gesetzlich verpflichtet, Schließfächer gegen unbefugten Zugriff zu sichern – doch im Falle eines Überfalls ist es oft schwer nachzuweisen, ob die Sicherheitsvorkehrungen ausreichend waren.
Viele Kunden verzichten zudem bewusst auf eine zusätzliche Versicherung, sei es wegen der extra Kosten oder weil sie die gelagerten Werte geheim halten möchten. Selbst wenn eine Police besteht, sind die Entschädigungen meist auf einige Zehntausend Euro begrenzt. Wer größere Bargeldbeträge, Schmuck oder wichtige Dokumente einlagert, trägt daher ein hohes finanzielles Risiko, falls etwas schiefgeht.
Da es keinen automatischen, lückenlosen Versicherungsschutz gibt, sollten Kunden ihre Verträge genau prüfen. Wer sich auf die Standardabsicherung der Bank verlässt, könnte im Ernstfall böse überrascht werden. Ohne zusätzliche Vorsorge bleiben die Folgen von Diebstahl oder Beschädigung oft allein ihre Sache.
