05 June 2026, 15:24

Bauindustrie revolutioniert: CO₂ wird in Beton und Steinen dauerhaft gebunden

Kohlenstoffdioxid-Emissionen reduzieren mit klimapositiven Baustoffen

Bauindustrie revolutioniert: CO₂ wird in Beton und Steinen dauerhaft gebunden

Neues Forschungsprojekt will CO₂-Emissionen im Baugewerbe durch innovative Materialherstellung senken

Ein neues Forschungsvorhaben zielt darauf ab, die CO₂-Emissionen in der Bauindustrie zu reduzieren, indem es die Herstellung von Baustoffen grundlegend überdenkt. Das am 3. Juli 2024 am Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen gestartete ZEROES-Projekt konzentriert sich auf mineralische Produkte wie Beton und Kalksandsteine. Diese Materialien basieren derzeit auf Zement – dem weltweit meistverwendeten Bindemittel, das zugleich eine der größten Quellen für CO₂-Emissionen darstellt.

Federführend ist das Fraunhofer UMSICHT, unterstützt von den Industriepartnern Betonwerk Büscher und Rohstoffbauwerke. Unter der Leitung von Projektmanager Dr. Michael Prokein will das Team herkömmliche Bindemittel durch Carbonate ersetzen – Mineralien, die CO₂ binden statt es freizusetzen. Ein zentrales Verfahren sieht vor, das Gas während der Herstellung direkt in Kalksandsteine einzuleiten, sodass es dauerhaft im Material gebunden bleibt.

Ein weiteres Ziel besteht darin, sämtliche Rohstoffe aus recycelten Bauabfällen zu gewinnen. Dies würde den Bedarf an frischem Sand und Kies verringern, von denen jährlich fast 40 Milliarden Tonnen weltweit abgebaut werden. Durch die Kombination von recycelten Mineralien mit CO₂-speichernden Bindemitteln strebt das Projekt eine deutliche Reduzierung der Emissionen in einer der energieintensivsten Branchen an.

Langfristig könnte die Technologie auch auf andere mineralische Baustoffe übertragen werden. Bei Erfolg würde der Prozess aus Bau-materialien nicht nur eine CO₂-Quelle, sondern eine CO₂-Senke machen.

Das ZEROES-Projekt markiert einen wichtigen Schritt hin zu einem nachhaltigeren Bauwesen, indem es Abfälle wiederverwertet und CO₂ in Baustoffen bindet. Gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Industrie wird das Team das Verfahren in den kommenden Jahren testen und optimieren. Die Ergebnisse könnten helfen, die Emissionen einer Branche zu senken, die einen erheblichen Anteil am globalen CO₂-Ausstoß hat.

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