22 January 2026, 06:39

Bayer-Lobbyist warnt: Europas Landwirtschaft droht ohne Agrartechnologie zu scheitern

Ein Plakat mit verschiedenen Lebensmitteln, darunter Schachteln, mit der Aufschrift "Heidelberg - Produkte für Ernährung und Diät Heidelberg".

Topmanager fürchtet wirtschaftlichen Graben zum USA - Bayer-Lobbyist warnt: Europas Landwirtschaft droht ohne Agrartechnologie zu scheitern

Europa steht unter wachsendem Druck, seine Landwirtschaftspraktiken anzupassen, während Klimawandel und geopolitische Spannungen zunehmen. Matthias Berninger, der Chef-Lobbyist von Bayer, warnte, dass die Weigerung, neue Agrartechnologien zu akzeptieren, die Nahrungsmittelproduktion und wirtschaftliche Stabilität gefährden könnte. Seine Äußerungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen mit rechtlichen Herausforderungen in den USA nach der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 kämpft.

Die Übernahme von Monsanto durch Bayer hat in den USA Tausende Klagen wegen des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat ausgelöst, die das Unternehmen Milliarden gekostet haben. Trotz dieser Belastungen hat der Konzern jüngst durch Fortschritte in rechtlichen Verfahren einen Kursanstieg verzeichnet, was etwas Entlastung bringt. Bayer bleibt ein zentraler Akteur im Bereich Agrarchemie mit Aktivitäten in Europa und Nordamerika.

Berninger betonte, Europa müsse entschlossen handeln, um nicht den Anschluss zu verlieren. Er hob die Agrarbiotechnologie als ein Feld hervor, in dem der Kontinent eine Führungsrolle übernehmen könnte, und verwies auf Genome Editing als Lösung für klimaresistentes Getreide. Ohne Zulassung dieser Methoden drohten Europa seiner Warnung zufolge langfristig verheerende Ernteausfälle bei Weizen – mit Folgen nicht nur für die eigene Nahrungsmittelversorgung, sondern auch für Regionen wie Afrika. Die Debatte um genomeeditierte Lebensmittel habe sich in den letzten Jahren gewandelt, so Berninger. Mittlerweile stehe weniger die Technologie selbst im Mittelpunkt als vielmehr die Lebensmittelpreise. Dennoch blieben regulatorische Hürden ein großes Hindernis. Sollten diese bestehen bleiben, könnte Europas Landwirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit vollständig einbüßen.

Über die Landwirtschaft hinaus warnte Berninger vor einer weiteren Entfremdung zwischen Europa und den USA. Er argumentierte, dass ihre gemeinsame Stärke für den globalen Einfluss entscheidend sei und ein Bruch der transatlantischen Beziehungen eine ernsthafte wirtschaftliche Bedrohung darstellen würde. Um Konflikte mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump zu vermeiden, riet er Europa, seine Stärken gezielt einzusetzen und gleichzeitig offener an seinen Schwächen zu arbeiten.

Europas nächste Schritte werden entscheiden, ob es seine Ernährungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität wahren kann. Die Zulassung neuer Agrartechnologien könnte helfen, Klimarisiken abzumildern, während eine geschlossene Haltung die Spannungen mit den USA verringern könnte. Das Ergebnis wird nicht nur die europäische Landwirtschaft prägen, sondern auch die größere Rolle des Kontinents im globalen Handel und in der Diplomatie.

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