Bayreuther Festspiele entschuldigen sich bei Michel Friedman nach Antisemitismus-Eklat
Anton MeyerBayreuther Festspiele entschuldigen sich bei Michel Friedman nach Antisemitismus-Eklat
Das Bayreuther Festspielhaus steht wegen seines Umgangs mit Antisemitismus und der Absage einer Veranstaltung mit Michel Friedman in der Kritik. Das Festival entschuldigte sich kürzlich bei Friedman – die Veranstaltung wird nun wie geplant stattfinden.
Friedman hatte dem Festival vorgeworfen, sich nicht ernsthaft mit dem Thema Antisemitismus auseinanderzusetzen. Als Begründung für die ursprüngliche Absage nannte Bayreuth Sicherheitsbedenken. Festivalleiterin Katharina Wagner erklärte, diese Sorgen hätten zur Entscheidung geführt.
Christian Thielemann präzisierte, dass Gespräche über die Veranstaltung bereits vor über einem Jahr begonnen hätten. Er selbst habe jedoch nie offiziell zugesagt, daran teilzunehmen. Das Festival hatte sich in der Vergangenheit bereits mit Wagners Antisemitismus auseinandergesetzt, etwa durch Bühnenproduktionen und Diskussionen, darunter ein Gespräch mit Stephen Fry während des Castorf-Ring-Zyklus.
Trotz früherer Kontroversen waren jüdische Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko Teil des Festivals. Zudem setzten sich Gedenkveranstaltungen und Symposien mit den Verbindungen der Familie Wagner zum Nationalsozialismus auseinander. Unterdessen sah sich die Süddeutsche Zeitung selbst Kritik ausgesetzt – es gab Forderungen, die eigene historische Haltung zum Antisemitismus zu reflektieren.
Das Festival hat sich nun bei Friedman entschuldigt, die Veranstaltung wird stattfinden. Zu den bisherigen Bemühungen, den Antisemitismus aufzuarbeiten, zählen Bühnenproduktionen und öffentliche Diskussionen. Die Entschuldigung markiert einen Schritt, um die anhaltenden Vorbehalte gegenüber dem Engagement des Festivals in dieser Frage zu adressieren.






