Bergisch Gladbach kämpft mit 50 Millionen Euro Defizit – Steuern sollen steigen
Julian FrankeBergisch Gladbach kämpft mit 50 Millionen Euro Defizit – Steuern sollen steigen
Bergisch Gladbach steht vor wachsenden finanziellen Herausforderungen: Die Stadt gibt Jahr für Jahr Zehntmillionen mehr aus, als sie einnimmt. Der städtische Haushalt – ein 500-Seiten-dickes Dokument voller Fachdetails – ist für Bürgerinnen und Bürger ohne Expertenwissen oft nur schwer nachvollziehbar. Beim jüngsten Workshop der BürgerAkademie erläuterte Stadtkämmerer Thore Eggert (FDP) die Zahlen und zeigte auf, wohin das Geld fließt.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Aufbau des Haushalts und die Frage, warum bestimmte Ausgaben unvermeidbar sind. Eggert betonte, er spreche als überparteilicher Verwaltungsfachmann und nicht als Politiker. Besonders die sozialen Leistungen sowie die steigenden Personalkosten – getrieben durch Tariferhöhungen – belasteten die Stadtkasse am stärksten.
Der Großteil der Ausgaben ist fest verplant, sodass kaum Spielraum für Einsparungen bleibt. Bei einem geplanten jährlichen Defizit von rund 50 Millionen Euro kämpft Bergisch Gladbach darum, den Haushalt auszugleichen. Der normale Abschluss des Haushaltsverfahrens bis Jahresende verzögert sich diesmal wegen der jüngsten Kommunalwahlen.
Um die Lücke zu schließen, schlug Eggert vor, die Grund- und Gewerbesteuern so anzuheben, dass dadurch jährlich etwa vier Millionen Euro zusätzlich eingenommen werden. Ohne diese Erhöhung droht der Stadt ein strenges Haushaltssicherungskonzept. Trotz der angespannten Lage sind für 2026 jedoch 126 Millionen Euro für Schulen, Straßen, Kita-Plätze und die Umnutzung des Zanders-Industriegeländes vorgesehen.
Die finanzielle Situation bleibt angespannt, mit wenig Flexibilität bei den Ausgaben. Steigerungen bei den Abgaben könnten notwendig werden, um tiefere Kürzungen oder Zwangsmaßnahmen zur Haushaltssicherung zu vermeiden. Die Folgen dieser Entscheidungen werden die Bürgerinnen und Bürger im kommenden Jahr an den Investitionen ablesen können – von Infrastrukturprojekten bis hin zu neuen Bildungseinrichtungen.