Bergkamen plant Gaskraftwerk als Kohle-Ersatz – doch die Bundesregierung entscheidet mit
Julian FrankeBergkamen plant Gaskraftwerk als Kohle-Ersatz – doch die Bundesregierung entscheidet mit
Neues Gaskraftwerk könnte bald Kohlemeiler in Bergkamen ersetzen
Der Energiekonzern Steag-Iqony treibt Pläne für den Bau eines modernen Gaskraftwerks in Bergkamen voran und wartet auf die endgültigen Ausschreibungsregeln der Bundesregierung. Das Projekt soll den deutschen Ausstieg aus der Kohle vorantreiben und gleichzeitig den Weg für die spätere Nutzung von Wasserstoff ebnen.
Das geplante Kraftwerk entstünde direkt neben dem bestehenden Kohlekraftwerk, das trotz seines Reserve-Status weiterhin in Betrieb ist. Steag-Iqony hat bereits zentrale Komponenten gesichert, Gespräche mit lokalen Behörden geführt und Umweltverträglichkeitsprüfungen eingeleitet. Werkleiter Thorsten Koch unterstützt den Wandel und bezeichnet ihn als notwendigen Schritt zur Abkehr von der Kohle.
Die Bundesregierung plant, bundesweit 12 Gigawatt geförderte Kapazitäten zu verteilen, wobei Nordrhein-Westfalen fünf Gigawatt anstrebt. Eine sogenannte "Süd-Bonus"-Regelung begünstigt Standorte wie Bergkamen und blockiert gleichzeitig Neubauten in Nord- und Ostdeutschland. Steag-Iqony setzt auf die starke Energieversorgungsbilanz der Region, um seine Bewerbung zu stärken. Gemeinsam mit RWE und Uniper wartet das Unternehmen auf die offiziellen Ausschreibungskriterien, die voraussichtlich Anfang 2026 veröffentlicht werden – nach der erwarteten EU-Beihilfegenehmigung im Dezember 2025. Auch andere Unternehmen wie Trianel bereiten ähnliche Projekte vor. Die neue Anlage würde zunächst mit Erdgas betrieben, ist aber für eine spätere Umstellung auf grünen Wasserstoff ausgelegt.
Falls das Projekt in Bergkamen den Zuschlag erhält, würde es die regionale Versorgungssicherheit stärken und gleichzeitig die nationalen Klimaziele unterstützen. Der Erfolg hängt jedoch von den anstehenden Ausschreibungsbedingungen und der EU-Genehmigung ab. Steag-Iqony zeigt sich zuversichtlich und verweist auf die hohe Nachfrage in der Region sowie die fortgeschrittene Planung.
