Berlin feiert Newroz erstmals öffentlich in Kulturzentren und auf Plätzen
Anton MeyerBerlin feiert Newroz erstmals öffentlich in Kulturzentren und auf Plätzen
Berlin feiert Newroz: Das antike Frühlings- und Neujahrsfest wird erstmals an zwei großen Kulturorten öffentlich begangen
Das Haus der Kulturen der Welt und das Humboldt Forum begehen in diesem Jahr erstmals mit öffentlichen Veranstaltungen das Newroz-Fest, das seit Jahrtausenden den Frühling und den Neuanfang feiert. Die Programme beider Häuser widmen sich den Traditionen des Festes und rücken insbesondere die persische Kultur, Künstlerinnen sowie die tiefen historischen Wurzeln von Newroz in den Mittelpunkt – Wurzeln, die in mehreren Ländern seit Jahrzehnten unterdrückt werden.
Newroz, auch als Nowruz bekannt, zählt zu den ältesten Festen der Welt und lässt sich über 3.000 Jahre bis zu zoroastrischen Traditionen zurückverfolgen. Es ist ein zentrales Fest in zehn Ländern, darunter der Iran, Afghanistan, Aserbaidschan und die autonome kurdische Region im Irak. Trotz seiner kulturellen Bedeutung ist Newroz in Afghanistan unter der Herrschaft der Taliban als "unislamisch" verboten. Auch in Syrien wurde das Fest unter Assad jahrzehntelang unterdrückt, da es mit kurdischer Politik in Verbindung gebracht wurde.
Das Haus der Kulturen der Welt konzentriert sich in seinem Newroz-Programm ganz auf die persische Kultur und Künstlerinnen. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Widerstand und Hoffnung – ein Verweis auf die Geschichte des Festes als Symbol des Aufbegehrens. Das Humboldt Forum widmet Newroz einen ganzen Tag und arbeitet dabei mit sieben Berliner Vereinen zusammen. Die Veranstaltung ist Teil der jährlichen Reihe "Beziehungen: Familie" und will Traditionen vermitteln, ohne die aktuellen politischen Unsicherheiten ausublenden.
In der gesamten Stadt finden weitere Feiern statt: Am Freitag lädt die Waterloo Ufer 7 zu Aktivitäten ein, am Samstag folgen Veranstaltungen im Gorki Theater und auf dem Oranienplatz. Besucher können Drachen bauen, Eier bemalen, traditionelle Tänze erleben und Aufführungen von klassischer Musik bis zu kurdischem Rock besuchen. Ein Podiumsgespräch rundet das Programm ab.
Besondere Bedeutung hat Newroz im Iran, wo es seit Jahrhunderten das wichtigste Fest des Jahres ist. Doch seit fast 50 Jahren unterdrückt das islamische Regime öffentliche Feiern. Trotz aller Verbote bleibt das Fest für Millionen ein Symbol kultureller Identität und Erneuerung.
Die Berliner Veranstaltungen rücken Newroz in den öffentlichen Fokus und bieten eine Bühne für Traditionen, die in einigen Regionen seit langem verboten sind. Durch Musik, Kunst und Diskussionen zeigen die Feiern, wie sehr das Fest bis heute für Frühling, Widerstand und kulturellen Stolz steht.






