Charli XCX in Berlinale-Skandal: Party mit mutmaßlichen Russland-Verbindungen
Lina SchmidtCharli XCX in Berlinale-Skandal: Party mit mutmaßlichen Russland-Verbindungen
Die Premiere von The Moment, einer satirischen Mockumentary über die Mainstream-Musikindustrie, fand auf der Berlinale statt. Der von A24 vertriebene Film zeigt Charli XCX an der Seite von Stars wie Alexander Skarsgård, Rachel Sennott und Kylie Jenner. Nach der Vorführung besuchte die Sängerin eine Aftershow-Party in Berlin, die später für Kontroversen sorgte.
Die Aftershow-Party wurde von Anastasia Schewzowa veranstaltet, deren Mutter, Ljudmila Schewzowa, die Stiftung Tradizija leitet. Diese von der russischen Regierung finanzierte Organisation konzentriert sich seit Kurzem auf kulturelle Projekte, darunter Volksfeste in Moskau, Geschichtsunterricht an Schulen in Sibirien und Unterstützung für Familien in Kriegsgebieten. Viele ihrer Initiativen fördern patriotische Werte und historische Nachstellungen.
Nach Berichten über die angeblichen Verbindungen der Gastgeberin zur russischen Regierung distanzierten sich sowohl Charli XCX als auch Schewzowa von der Veranstaltung. Die Sängerin erklärte, weder sie noch ihr Team hätten von politischen Bezügen gewusst. Schewzowa wiederum äußerte sich bestürzt über die Lage in der Ukraine und betonte ihre Ablehnung der russischen Regierungspolitik.
Der Film selbst erhielt von NME eine Bewertung mit drei Sternen; Kritiker lobten die scharfe Abrechnung mit dem Musikbusiness. Trotz der Kontroverse abseits der Leinwand blieb die Premiere ein Höhepunkt des Festivals.
Der Vorfall lenkte die Aufmerksamkeit auf die Verflechtungen zwischen kulturellen Veranstaltungen und politischen Bindungen. Sowohl Charli XCX als auch Anastasia Schewzowa bekräftigten ihre Solidarität mit der Ukraine. The Moment setzt unterdessen seine Festivaltour fort, während A24 die weitere Verbreitung übernimmt.
