Daniela Klette vor Gericht: War der Supermarktüberfall 2006 Teil einer RAF-Finanzierung?
Anton MeyerGedächtnislücken erschweren die Untersuchung im Klette-Prozess - Daniela Klette vor Gericht: War der Supermarktüberfall 2006 Teil einer RAF-Finanzierung?
Der Prozess um die mutmaßliche Beteiligung von Daniela Klette an einem Supermarktüberfall im Jahr 2006 ist wiederaufgenommen worden. Zeugen berichten von vagen, aber verdächtigen Erinnerungen an den Vorfall – doch fast zwei Jahrzehnte später bleiben die Schilderungen unscharf. Die Staatsanwaltschaft hingegen geht von einer geplanten Straftat aus, die Teil einer ganzen Serie von Delikten gewesen sein soll, um die Untergrundaktivitäten einer militanten Gruppe zu finanzieren.
Im Mittelpunkt des Verfahrens steht ein bewaffneter Raubüberfall auf einen Supermarkt in Bochum-Wattenscheid, bei dem Komplizen angeblich rund 160.000 Euro erbeuteten. Klette wird vorgeworfen, in den Coup verwickelt gewesen zu sein, den die Anklage mit einer Reihe weiterer Straftaten in Verbindung bringt, bei denen insgesamt über 2,7 Millionen Euro erbeutet worden sein sollen.
Während die Verhandlung weitergeht, wird das Gericht die Zeugenaussagen gegen die Behauptungen der Staatsanwaltschaft abwägen, wonach es sich um eine koordinierte Aktion zur Finanzierung der Untergrundtätigkeiten der Rote Armee Fraktion (RAF) handelte. Das Urteil wird davon abhängen, wie klar sich die Jahrzehnte zurückliegenden Ereignisse noch rekonstruieren lassen.
