Der schmale Schnurrbart erobert Hollywood – von Timothée Chalamet bis Harry Styles
Julian FrankeDer schmale Schnurrbart erobert Hollywood – von Timothée Chalamet bis Harry Styles
Ein unaufdringlicher Barttrend macht derzeit unter Hollywoods größten Namen Furore: der schmale Schnurrbart, einst als altmodisch abgetan, erlebt bei Stars wie Timothée Chalamet, Prinz Charles und Travis Scott ein Comeback. Was für manche als Rollenanforderung begann, ist für andere mittlerweile zur bewussten Stilentscheidung geworden.
Timothée Chalamet ließ sich seinen mittlerweile berühmten schmalen Schnurrbart erstmals für Marty Supreme wachsen, einen Film, in dem er den Tischtennis-Champion Marty Mauser spielt. Der Look feierte bei den Oscars 2024 Premiere und löste heftige Reaktionen aus – während Modemagazine wie Vogue ihn als mutig und stilvoll lobten, verspotteten ihn Boulevardblätter als unbeholfen. Doch anders als frühere Trends wirkt diese Variante weicher und weniger perfekt als die dicken, lackierten "Pornostacheln" vergangener Jahrzehnte.
Seitdem ist der Schnurrbart auch nach Ende der Dreharbeiten geblieben – ein Hinweis darauf, dass es sich um mehr als nur ein temporäres Experiment handeln könnte. Andere Stars zogen nach: 2025 trug Rapper Travis Scott in seinen Musikvideos einen spärlichen, asymmetrischen Schnurrbart, den Fans als rebellisch feierten und der seinen Ruf als Trendsetter festigte. Im selben Jahr ließ sich Harry Styles während seiner Tournee einen zarten Handlebar-Schnurrbart wachsen, der von Rolling Stone für seinen retro-experimentellen Charme gelobt wurde – wenn auch die Meinungen in den sozialen Medien zwischen Bewunderung und Memes, die ihn als "flaumigen Raupenbart" bezeichneten, gespalten waren.
Der Reiz dieses Looks liegt in seiner geringen Verpflichtung: Im Gegensatz zu einem Vollbart oder selbst einem Dreitagebart bietet der schmale Schnurrbart eine zurückhaltende, leicht rückgängig zu machende Option für alle, die sich bei langfristigen Pflegeentscheidungen unsicher sind. Der Trend hat auch Schauspieler wie Justin Bieber, Paul Mescal und Jacob Elordi erfasst und sich damit fest in der modernen Männermode verankert.
Was als charakteristische Eigenheit für Chalamet begann, hat sich zu einer breiteren Bewegung entwickelt. Der schmale Schnurrbart steht heute als bewusste – wenn auch spielerische – Alternative zu üppigerem Bartwuchs. Seine Beständigkeit deutet darauf hin, dass es sich um mehr als nur eine kurzlebige Modeerscheinung handelt: Er ist ein Statement für alle, die Unperfektheit im Stil akzeptieren.
