Deutschland wirbt auf der Gamescom und in Indonesien um dringend benötigte Fachkräfte
Philipp SchulteDeutschland wirbt auf der Gamescom und in Indonesien um dringend benötigte Fachkräfte
Deutschland geht ungewöhnliche Wege, um sowohl Fachkräfte als auch potenzielle Nachwuchskräfte zu gewinnen. Auf der diesjährigen Gamescom werben das Militär und die Nachrichtendienste des Landes gezielt um Gamer. Gleichzeitig ist ein Bundesminister in Indonesien unterwegs, um dringend benötigtes Gesundheitspersonal anzuwerben – eine Reaktion auf die alternde Bevölkerung.
Die Bundeswehr ist seit 2009 regelmäßig auf der Gamescom vertreten und präsentiert sich als attraktiver Arbeitgeber. In diesem Jahr bietet das deutsche Militär den Besuchern die Möglichkeit, Panzer- und Hubschrauber-Simulatoren selbst auszuprobieren. Kritiker wie Jürgen Gräslin von der Deutschen Friedensgesellschaft hinterfragen jedoch, ob eine Spielemesse der richtige Ort für die Rekrutierung von Soldaten ist.
Auch der Bundesnachrichtendienst (BND) beteiligt sich mit einem eigenen Spiel: BND Legends – Operation Blackbox. Laut Sprecherin Julia Linner teste das Spiel die digitalen Fähigkeiten der Spieler, ihre Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke und Belastbarkeit. Die Behörde nutzt die Veranstaltung aktiv, um mögliche Kandidaten für nachrichtendienstliche Tätigkeiten zu identifizieren.
Doch nicht nur im Gaming-Bereich sucht Deutschland nach Lösungen für den Fachkräftemangel. Bundesbildungsminister Johann Wadephul hält sich derzeit in Indonesien auf, um spezialisierte ausländische Arbeitskräfte anzuwerben. Bisher werden jährlich nur rund 1.000 Arbeitsvisa für indonesisches Gesundheitspersonal ausgestellt – das Land gilt dennoch als wichtige Quelle für dringend gesuchte Fachkräfte. Während seines Besuchs unterzeichnete Wadephul Vereinbarungen zur Gründung von vier neuen deutschen Sprachschulen, um die Ausbildung zukünftiger Arbeitsmigranten zu verbessern.
Die Rekrutierungsoffensiven auf der Gamescom und in Indonesien zeigen Deutschlands doppelten Ansatz, um kritische Personalengpässe zu schließen. Während Militär und Nachrichtendienste technikaffine Gamer ins Visier nehmen, setzt die Regierung auf Sprachförderung, um ausländisches Pflegepersonal zu gewinnen. Beide Initiativen sind eine Reaktion auf den schrumpfenden Arbeitsmarkt und die alternde Bevölkerung des Landes.






