Deutz AG in der Krise: Umsatzprognose halbiert und Sparprogramm gestartet
Lina SchmidtDeutz AG in der Krise: Umsatzprognose halbiert und Sparprogramm gestartet
Deutz AG steckt in schweren Turbulenzen: Nachfrageeinbruch bei Baumaschinen und Landtechnik
Der Kölner Motorenhersteller Deutz AG kämpft mit massiven Herausforderungen, nachdem die Nachfrage nach Bau- und Landmaschinen eingebrochen ist. Das Unternehmen hat seine Umsatzprognose für 2024 drastisch auf 1,8 Milliarden Euro nach unten korrigiert – deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen. Der neue Finanzvorstand Oliver Neu steht nun vor der Aufgabe, das Unternehmen inmitten großer Unsicherheit zu stabilisieren.
Der Absatzrückgang in den wichtigsten Märkten trifft Deutz hart. Zwar stieg die Nachfrage nach Hydrauliklösungen für Baumaschinen im Jahr 2025, doch der breitere Agrarmaschinensektor stagnierte. In Brasilien konnten trotz höherer Ernteerträge die durch gestiegene Zinsen verzögerten Investitionen nicht ausgeglichen werden. Nur der Milchvieh- und Fleischsektor zeigte sich widerstandsfähig, gestützt durch stabile Milch- und Fleischpreise.
Das ursprüngliche Ziel von 4 Milliarden Euro Umsatz bis 2030 bei einer EBIT-Marge von 10 % erscheint nun unrealistisch. Um die Krise zu bewältigen, hat Deutz ein 50-Millionen-Euro-Sparprogramm aufgelegt. Dazu gehören Produktionskürzungen, der Abbau von Verwaltungskosten und die Reduzierung der Budgets für "Neue Technologien". Im Rahmen der Umstrukturierung sind auch Stellenabbaumaßnahmen zu erwarten.
Oliver Neu übernahm am 1. Oktober das Amt des Finanzchefs und soll das Unternehmen durch diese schwierige Phase steuern. Seine erste große Bewährungsprobe steht am 7. November an, wenn die Quartalszahlen zeigen werden, ob die Wende gelingt. Bis Ende 2026 will Deutz die jährlichen Kosten um 50 Millionen Euro senken – erste Einsparungen sind bereits im vierten Quartal in Kraft getreten.
Deutz setzt auf radikale Kostensenkungen, um die Profitabilität wiederherzustellen, doch der Erfolg dieser Maßnahmen bleibt ungewiss. Der anstehende Quartalsbericht wird erstmals Aufschluss darüber geben, ob die neue Führung mit ihrer Strategie Fortschritte macht. Vorerst bewegt sich das Unternehmen in einem volatilen Marktumfeld – eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht.






