DHL-Chef relativiert Beschwerden über Lieferprobleme der Deutschen Bahn
Julian FrankeDHL-Chef relativiert Beschwerden über Lieferprobleme der Deutschen Bahn
DHL-Chef Tobias Meyer äußert sich zu Lieferproblemen bei der Deutschen Bahn
DHL-Vorstandsvorsitzender Tobias Meyer hat sich zu anhaltenden Bedenken hinsichtlich der Zustellleistung der Deutschen Bahn geäußert. Anfang 2025 häufen sich die Beschwerden – bei der Bundesnetzagentur gingen rund 23.000 Meldungen ein. Meyer relativierte diese Zahlen jedoch und bezeichnete sie ohne detaillierte Auswertung als irreführend.
In der ersten Jahreshälfte 2025 stieg die Unzufriedenheit der Kunden deutlich an. Die Aufsichtsbehörde verzeichnete etwa 23.000 Beschwerden über die Dienstleistungen der Deutschen Bahn. Meyer räumte zwar Verspätungen im Sommer ein, betonte aber, dass diese inzwischen behoben seien.
Gleichzeitig kritisierte er die Bundesnetzagentur dafür, dass sie den Großteil der Beschwerden nicht an das Unternehmen weitergeleitet habe. Ohne nähere Angaben zu den Ursachen böten die Statistiken kaum verwertbare Erkenntnisse, so Meyer. Über die reinen Lieferprobleme hinaus verwies er auf grundlegende Branchenveränderungen: Klassische Bahnservices geraten zunehmend unter Druck, da digitale Kommunikation das Bahnaufkommen verringert.
Unterdessen unterstützt die DHL-Gruppe einen Vorschlag, das gesetzliche Höchstgewicht für Sendungen zu senken. Die neue Obergrenze soll bei 20 Kilogramm liegen und die Abwicklungsprozesse vereinfachen. Politischen Widerstand gegen die Gewichtsanpassung gibt es bisher nicht. Im Parlament wurden zwar bereits Diskussionen über Versandvorschriften geführt, doch keine konkreten Gruppen oder Akteure haben sich öffentlich gegen die Maßnahme ausgesprochen.
Die Deutsche Bahn hat ihre sommerlichen Lieferengpässe nach eigenen Angaben behoben, auch wenn die Beschwerden zu Jahresbeginn hoch blieben. Das Unternehmen passt sich weiterhin an den rückläufigen Bahnverkehr an und befürwortet die Lockerung der Gewichtsregelungen. Beobachter und Aufsichtsbehörden werden in den kommenden Monaten genau verfolgen, wie sich diese Änderungen auf die Servicequalität auswirken.
