01 February 2026, 02:25

Dorothee Bär erhält Karnevalsorden – und stichelt gegen Merz mit Mond-Witz

Ein Plakat mit einer Europa-Karte von 1870, umgeben von Cartoon-Bildern und dem Text "Humoristische Karte von Europa im Jahre 1870".

Dorothee Bär erhält den Orden gegen Tierernst - Dorothee Bär erhält Karnevalsorden – und stichelt gegen Merz mit Mond-Witz

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär ist bei einer Karnevalsveranstaltung in Aachen mit dem Orden gegen den tierischen Ernst ausgezeichnet worden. Die seit 1950 vom Aachener Karnevalsverein verliehene Ehrung würdigt Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für ihren Humor und ihre Menschlichkeit im Amt. Zu den früheren Preisträgern zählen die Altkanzler Konrad Adenauer und Helmut Schmidt.

In ihrer Rede bezog sich Bär auf aktuelle politische Debatten, hob aber zugleich die wachsende Rolle Deutschlands in der Weltraumforschung hervor. Mit einer Mischung aus Witz und Sachpolitik sprach sie sowohl die Migrationsdiskussion als auch die Ambitionen des Landes jenseits der Erde an.

Die feierliche Übergabe fand im Rahmen einer lebhaften Karnevalssitzung statt, bei der Bär die Gelegenheit nutzte, sich in laufende politische Diskussionen einzubringen. Sie nahm Bezug auf die Debatte um das "Stadtlandschaft"-Zitat von Bundeskanzler Friedrich Merz aus dem Oktober 2025, das sich auf Migration bezog. Zwar hatte Merz später präzisiert, seine Äußerungen hätten sich auf Migranten ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus gerichtet, die weder arbeiteten noch deutsche Regeln einhielten – Bär jedoch relativierte die Fixierung auf Begrifflichkeiten. Stattdessen betonte sie, es komme weniger auf die Wortwahl an als vielmehr auf die "richtige Grundhaltung".

Mit augenzwinkernder Leichtigkeit fragte sie in ihrer Rede auch, welcher Politiker sich wohl für eine Reise zum Mond eignen würde. In gereimten Passagen deutete sie an, Merz' Gewicht sei auf der Erde besser aufgehoben – ein Seitenhieb, der zugleich seine Bedeutung für die Innenpolitik unterstrich. Gleichzeitig lobte sie seinen diplomatischen Umgang mit dem früheren US-Präsidenten Donald Trump: Merz habe den "richtigen Ton" getroffen, statt sich in leere Schmeicheleien zu flüchten.

Jenseits des Humors hat Bär als Forschungsministerin die deutsche Raumfahrt maßgeblich vorangebracht. Unter ihrer Führung sagte Deutschland 5,4 Milliarden Euro für Programme der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) zu. Sie begleitete zudem die Pläne für den Quantensatelliten QUBE, dessen Start für August 2025 vorgesehen ist, und warb für eine deutsche Mondlandung als Impuls für wirtschaftliche und technologische Fortschritte. Ihr für Oktober 2025 geplanter Besuch der Mond-Simulationsanlage LUNA des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstreicht diese Bestrebungen.

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Mit dem Orden gegen den tierischen Ernst reiht sich Bär in eine illustre Liste von Preisträgern ein, die Führungskraft mit Leichtigkeit verbinden. Ihre Rede verknüpfte Deutschlands wachsende Bedeutung in der Weltraumforschung mit aktuellen politischen Themen – und zeigte einmal mehr, wie sie auch kontroverse Diskussionen mit einer lockeren Hand angeht. Die Veranstaltung spiegelte damit sowohl ihre sachpolitischen Erfolge als auch ihren unverkrampten Umgang mit der politischen Bühne wider.