Dortmunds Kult-Kabarett "Geierabend" meldet nach 34 Jahren Insolvenz an
Philipp SchulteDortmunder Alternativkarneval 'Geierabend' ist insolvent - Dortmunds Kult-Kabarett "Geierabend" meldet nach 34 Jahren Insolvenz an
Dortmunds "Geierabend" – nach 34 Jahren meldet die Kult-Kabarettveranstaltung Insolvenz an
Der "Geierabend", Dortmunds langjährige satirische Karnevalsinstitution, hat nach 34 Jahren Insolvenz angemeldet. Als Hauptgründe nannten die Veranstalter unbeglichene Schulden sowie hohe Nachforderungen der GEMA. Ein letztes Abschiedsprogramm könnte zwar noch in diesem Sommer stattfinden, doch die Finanzierung steht weiterhin in den Sternen.
Die hinter der Veranstaltung stehende Geierabend Flattermann-Factory gUG reichte ihren Insolvenzantrag am Dienstag, den 3. März 2026, beim zuständigen Amtsgericht ein. Die finanziellen Probleme waren bereits beim Saisonabschluss im Februar 2026 offen zutage getreten: Altlasten und Forderungen der GEMA in niedrigem sechsstelligem Bereich belasteten das Budget. Trotz dieser Schwierigkeiten galt die Saison 2026 künstlerisch als voller Erfolg.
Seit seiner Premiere 1992 prägt der "Geierabend" die Karnevalskultur im Ruhrgebiet maßgeblich. Der langjährige Moderator und ehemalige Mitgeschäftsführer Martin Kaysh betonte die Bedeutung der Veranstaltung für Dortmund und bezeichnete sie als unverzichtbare Plattform für Satire in der Region. Nun steht das Organisationsteam vor der Herausforderung, die Mittel für eine mögliche Abschiedsvorstellung aufzutreiben.
Die Insolvenz ist das Ergebnis jahrelanger finanzieller Risiken. Zwar blieb die Veranstaltung beim Publikum beliebt, doch die angesammelten Verpflichtungen – insbesondere die Urheberrechtsgebühren der GEMA – erwiesen sich als zu große Bürde für den Fortbestand.
Die Zukunft des "Geierabends" hängt nun davon ab, ob die Finanzierung für eine letzte Show gesichert werden kann. Gelingt dies, wäre es das Ende einer Ära für Dortmunds satirische Tradition. Mit der Insolvenzanmeldung steht das langfristige Überleben der Veranstaltung jedoch auf der Kippe.
