Drohende Abschiebung für Brüder des bei Polizeieinsatz getöteten Mouhamed Lamine Dramé
Anton MeyerDrohende Abschiebung für Brüder des bei Polizeieinsatz getöteten Mouhamed Lamine Dramé
Sidy und Lassana Dramé, die Brüder von Mouhamed Lamine Dramé – der im August 2022 bei einem Polizeieinsatz tödlich erschossen wurde –, droht nun die Abschiebung aus Deutschland. Ihre Aufenthaltstitel liefen am 31. Januar 2026 ab, und die Behörden haben eine Verlängerung abgelehnt. Diese Entscheidung fällt, während die juristischen Auseinandersetzungen um den Tod ihres Bruder noch immer nicht abgeschlossen sind.
Mouhamed Lamine Dramé wurde am 8. August 2022 von Beamten während einer psychischen Krise getötet. Seine Brüder stellen seitdem den Polizeieinsatz infrage und argumentieren, dass stattdessen fachkundige Unterstützung hätte gerufen werden müssen. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Dramé-Brüder haben gegen den Freispruch der Beamten Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) eingelegt.
Die rechtlichen Kämpfe der Brüder beschränken sich jedoch nicht auf das Strafverfahren. Das Ausländeramt Dortmund hatte ihre Aufenthaltstitel zunächst eingeschränkt und ihre Pässe eingezogen – eine Maßnahme, die später vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen aufgehoben wurde. Dennoch besteht die Behörde nun darauf, dass es keinen triftigen Grund für eine Verlängerung ihres Aufenthalts gebe. Ihre Anwältin, Lisa Grüter, bestätigte die Entscheidung, wodurch sie nun von Abschiebung bedroht sind.
Unterstützer betonen die Rolle der Brüder bei der Forderung nach juristischer und politischer Aufarbeitung des Schusswaffeneinsatzes. Zudem haben sie sich in Nordrhein-Westfalen ein Leben aufgebaut, was die Forderungen nach einer Verlängerung ihrer Aufenthaltstitel untermauert. Sollte ihr Rechtsmittel Erfolg haben, beabsichtigen sie, sich an weiteren Verfahren zu beteiligen.
Die Zukunft der Dramé-Brüder in Deutschland bleibt ungewiss, während ihr juristischer Kampf weitergeht. Ohne Verlängerung ihrer Papiere könnten sie selbst dann abgeschoben werden, während der Fall um den Tod ihres Bruders noch geprüft wird. Bisher hat keine deutsche Stadt öffentlich über eine Ehrung für Mouhamed Lamine Dramé durch Umbenennungen von Straßen oder Plätzen diskutiert.
