21 February 2026, 22:27

"Dummer August" erstmals offiziell geehrt – warum dieser Faschings-Clown so besonders ist

Ein Plakat für die Galway Music Excentrics mit einer Frau in der Mitte und zwei Clowns daneben, mit Text über den Zirkus und seine Künstler.

"Dummer August" erstmals offiziell geehrt – warum dieser Faschings-Clown so besonders ist

Der "Dumme August" – ein tollpatschiger Fasching-Clown, der stolpert, strauchelt und sich selbst zur Zielscheibe macht – ist in diesem Jahr auf dem Mainzer Karneval geehrt worden. Die Auszeichnung, verliehen vom Verein "Rettet das Römische unsere Website", würdigt die einzigartige Rolle dieser Figur in der Faschingstradition. Anders als die scharfsinnigen Narren und Satiriker des Festes verkörpert dieser Karneval-Clown die Verwundbarkeit und die Last der Welt auf seinen Schultern.

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Preisträger ist Martin Malcherek, ein linker Stadtrat, der durch mutige Fragen und seine Weigerung, sich anzupassen, auffällt. Seine Originalität, sein Humor und sein Courage brachten ihm den Titel ein – die erste offizielle Auszeichnung als "Dumme August" in der Geschichte des Events.

Die Figur des "Dummen August" hat ihre Wurzeln im Mainz des 19. Jahrhunderts, wo Studenten in den 1830er-Jahren mittelalterliche Narrentraditionen wiederbelebten. Bis 1839 war er fester Bestandteil des Karnevals, wurde aber erst 1952 offiziell in das Festprogramm aufgenommen. Mit barfüßen Auftritten, in Rot-Weiß gekleidet und eine Keule schwingend, steht er für naives Unfugtreiben – nicht für klugen Spott.

Die diesjährige Preisverleihung fand im "Narrenkeller" (Narrenkeller) statt, moderiert von Dirk Loomans, dem Präsidenten des "Karneval Club Kastel". Loomans betonte die Bedeutung des "Dummen August", auch wenn die Figur im Vergleich zu den wortgewandten Karnevalskritikern weniger beliebt ist. Während andere Narren mit Witz Missstände aufdecken und Verbesserungen anregen, verkörpert dieser Karneval-Clown den liebenswerten Versager – und genau das macht ihn besonders.

Clowns selbst haben uralte Ursprünge, die bis in die römische Zeit zurückreichen. Damals gab es vier Typen: den "Centunculus" (einen Vorläufer des heutigen Rotnasen-Clowns), die "Deliciae", den "Stupidus" und den Mimiker, der andere parodierte. Diese frühen Figuren legten den Grundstein für die europäische Narrenkultur – vom "Narr" beim Basler "Fasnacht" bis zu den "Perchten" in den rheinischen Karnevalsbräuchen. Ähnliche Traditionen finden sich in Österreichs "Wildem Mann" oder Italiens "Giganti"-Clowns.

Der "Dumme August" bleibt ein Publikumsliebling – nicht wegen seiner Klugheit, sondern wegen seiner Absurdität. Er stolpert, schneidet Grimassen und scheitert grandios – und doch hält seine Präsenz den spielerischen, subversiven Geist des Karnevals lebendig.

Martin Malcherek trägt nun als erster Preisträger den Titel "Dummer August" – ausgezeichnet für seinen furchtlosen Einsatz und seinen unkonventionellen Stil. Die Auszeichnung unterstreicht, dass der Karneval sowohl scharfe Satire als auch den ungeschliffenen Narren feiert. Als Tradition, die von römischen Clowns bis zu modernen Feiern reicht, stellt der "Dumme August" weiterhin Konventionen infrage – einen Sturz und Purzelbaum nach dem anderen.