Ende Gelände blockiert Gasinfrastruktur im Ruhrgebiet mit spektakulären Aktionen
Philipp SchulteEnde Gelände blockiert Gasinfrastruktur im Ruhrgebiet mit spektakulären Aktionen
Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Gruppe Ende Gelände haben am vergangenen Wochenende im gesamten Ruhrgebiet weitreichende Proteste organisiert. Die Demonstrationen richteten sich gegen die fossile Gasinfrastruktur, wobei rund 1.500 Menschen an den koordinierten Aktionen am Freitag teilnahmen. Zu den Störungen gehörten Blockaden an zentralen Industrieanlagen sowie symbolische Installationen von Erneuerbare-Energien-Anlagen.
Am Freitag blockierten Protestierende das Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen, wo derzeit der Bau einer neuen Gaseinheit geplant ist. Einige Aktivist:innen montierten sogar Solarmodule auf dem Geländes des Kraftwerks, um klimafreundliche Alternativen zu bewerben. Gleichzeitig besetzte eine weitere Gruppe Gleisanlagen des Werks Europipe, Europas größtem Rohrhersteller, in Mülheim an der Ruhr. Eine separate Demonstration unterbrach den Schichtwechsel im Hüttenwerk Friedrich Wilhelms Hütte, ebenfalls in Mülheim.
In Hamm zogen Aktivist:innen mit einem Transparent in Richtung Hauptbahnhof, auf dem die Enteignung von Energiekonzernen gefordert wurde. Die Proteste sind Teil einer breiteren Kampagne gegen den Ausbau fossiler Brennstoffe in der Region.
Eine für Samstag geplante Demonstration am Kraftwerk Gersteinwerk musste nach einem Rückschlag verschoben werden: Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte ein Polizeiverbot. Dennoch haben die Organisator:innen gegen das Urteil Berufung eingelegt und beabsichtigen, die Kundgebung durchzuführen – möglicherweise mit einer Verlegung der Auftaktveranstaltung in die Nähe von Hamm. Tausende weitere Demonstrant:innen werden erwartet, darunter Unterstützer:innen aus Umweltgruppen und die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg.
Die Proteste haben die fossilen Gasprojekte im Ruhrgebiet in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Während rechtliche Auseinandersetzungen andauern und großangelegte Demonstrationen geplant sind, wird sich der Widerstand gegen den Gasausbau voraussichtlich fortsetzen. Die Organisator:innen bleiben entschlossen, sich trotz polizeilicher Auflagen für Lösungen im Bereich der erneuerbaren Energien einzusetzen.






