12 February 2026, 02:26

Energiewende in Deutschland 2025: Warum der Fortschritt ins Stocken gerät

Eine Säulendiagramm, das den Stromertrag der Bundesländer nach Brennstoffquellen im Jahr 2022 zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.

Energiewende in Deutschland 2025: Warum der Fortschritt ins Stocken gerät

Deutschlands Weg zu sauberer Energie stockt 2025

Die Bemühungen Deutschlands um eine klimafreundlichere Energieversorgung erleiden 2025 Rückschläge. Hohe Strompreise und unklare Regelungen bremsen den Ausbau von Wasserstoff, während der Gasverbrauch wieder ansteigt. Trotz Fortschritten in einigen Bereichen bleibt der deutsche Stromsektor schmutziger als der vieler Länder, die sich bereits von der Kohle verabschieden.

Der Gasbedarf in Deutschland stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 3 %. Dieser Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass Gaskraftwerke Engpässe ausgleichen, wenn erneuerbare Energien nicht ausreichend verfügbar sind. In der dritten Kalenderwoche 2025 deckten sie rund 72 % des Strombedarfs. Mittlerweile entfällt ein Anteil von 26,9 % auf Gas im Primärenergieverbrauch – nach 25,9 % im Vorjahr.

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Bei der Wasserstoffinfrastruktur gab es zwar Fortschritte: 2025 wurden 525 Kilometer Leitungen als Teil des neuen Wasserstoff-Kernnetzes fertiggestellt. Doch der Ausbau verläuft zäh. Laut dem Gasbilanzbericht 2025 sind bis 2030 nur 7,2 Gigawatt Elektrolysekapazität fest geplant. Viele zuvor angekündigte Wasserstoffprojekte wurden verschoben oder ganz gestrichen.

Biomethan gewinnt als erneuerbares Gas an Bedeutung: 2025 wurden etwa 11,5 Terrawattstunden ins Netz eingespeist. Doch wie beim Wasserstoff hemmen regulatorische Unsicherheiten das Wachstum. Zudem zögern Investoren wegen fehlender langfristiger Abnahmeverträge für Wasserstoff – neue Vorhaben sind damit riskanter.

Deutschlands Stromsektor hinkt im internationalen Vergleich hinterher. Die durchschnittliche CO₂-Intensität liegt bei 344 Gramm pro Kilowattstunde – höher als in Ländern, die konsequent aus der Kohle aussteigen. Seit dem Bericht von 2024 gibt es keine neuen Angaben zu Änderungen bei der Elektrolysekapazität, was die Zukunftspläne unklar lässt.

Die zögerliche Entwicklung bei Wasserstoff und Biomethan unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen der Energiewende. Während der Gasverbrauch steigt und regulatorische Hürden bestehen bleiben, gestaltet sich der Übergang zu einem klimaneutralen System ungleichmäßig. Die nächsten Jahre werden entscheidend sein, ob die geplanten Wasserstoff- und erneuerbaren Gasprojekte vorankommen.