Essens Archive feiern Frauentag mit Blick auf vergessene Frauengeschichten
Julian FrankeEssens Archive feiern Frauentag mit Blick auf vergessene Frauengeschichten
Essen feierte am 8. März 2026 den Tag der Archive mit besonderem Fokus auf Frauengeschichte
Zum biennalen Anlass öffneten der FrauenOrt "Haus der Essener Geschichte" und das Stadtarchiv ihre Türen für die Öffentlichkeit. Da der Termin in diesem Jahr mit dem Internationalen Frauentag zusammenfiel, erhielt die Veranstaltung eine zusätzliche symbolische Bedeutung.
Das 1993 gegründete Haus der Essener Geschichte hat sich von einer kleinen Abteilung für Frauengeschichte zu einer führenden Einrichtung der lokalen Erinnerungskultur entwickelt. Seit den 2000er-Jahren bezieht es in Ausstellungen zu Industriegeschichte, Migration und der Aufarbeitung der NS-Zeit systematisch genderbezogene Perspektiven ein. Mit interaktiven Workshops, Schulprogrammen und öffentlichen Veranstaltungen tragen die Verantwortlichen dazu bei, diese Geschichten einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Eine der Persönlichkeiten, an die hier erinnert wird, ist Nelli Neumann, eine jüdische Lehrerin, die einst in dem Gebäude lebte. Ein Stolperstein am Ernst-Schmidt-Platz bewahrt ihr Andenken. Das Haus selbst trägt die offizielle Auszeichnung als FrauenOrt – ein Ort des Frauenerbes –, die seine Bedeutung für die Bewahrung des weiblichen Beitrags zur Essener Geschichte würdigt.
Oberbürgermeister Thomas Kufen nahm an der Veranstaltung teil, um die Rolle des Stadtarchivs und lokaler Geschichtsinitiativen hervorzuheben. Er dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Ehrenamtlichen für ihr Engagement, das Essens Kultur der Erinnerung lebendig hält. Ihre Arbeit stellt sicher, dass zentrale Kapitel der Stadtgeschichte auch für kommende Generationen zugänglich bleiben.
Der Tag der Archive 2026 verband Geschichte, Bildung und öffentliche Teilhabe. Die Veranstaltung zeigte, wie Einrichtungen wie das Haus der Essener Geschichte und das Stadtarchiv die Vergangenheit bewahren. Indem sie ihre Türen öffneten, gaben sie Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, das Erbe Essens hautnah zu erleben.