Europas größte Jagdmesse Jagd & Hund polarisiert mit Trophäenjagd-Debatte in Dortmund
Anton MeyerJagdmesse lockt mit Hirschrufen, Jagdwissen und Neuheiten - Europas größte Jagdmesse Jagd & Hund polarisiert mit Trophäenjagd-Debatte in Dortmund
Europas größte Jagdmesse Jagd & Hund öffnet in Dortmund ihre Tore
Vom 27. Januar bis Sonntag findet in Dortmund die Jagd & Hund, Europas größte Jagdmesse, statt – und erwartet Zehntausende Besucher. Neben der neuesten Jagdausrüstung und Fahrzeugen bietet die Messe auch Live-Vorführungen und kulinarische Highlights.
Doch die Veranstaltung ist umstritten: Tierschutzorganisationen kritisieren die Bewerbung von Trophäenjagden in Afrika und fordern ein Verbot solcher Werbung.
Über 700 Aussteller aus 36 Ländern präsentieren modernste Jagdtechnik, Schusswaffen und Geländefahrzeuge. Praktische Vorträge zu Jagdfertigkeiten begleiten die Messewoche und bieten Besuchern die Möglichkeit, ihr Können zu trainieren.
Beim Wild Food Festival interpretieren Köche die traditionelle Wildküche neu, während Seminare hygienische Verarbeitung und Zerlegemethoden thematisieren. Täglich zeigen mehr als 1.300 Jagdhunde aus 59 Rassen ihr Können, ergänzt durch Falknereivorführungen. Am Freitag treten Deutschlands beste Hirschrufer im Wettbewerb an und demonstrieren die traditionelle Kunst des Lockjagens.
Tierschützer üben scharfe Kritik an der Messe, weil sie afrikanische Trophäenjagden bewerbe. Sie fordern die Industrie- und Handelskammer (IHK) Dortmund auf, das Marketing für diese umstrittenen Angebote zu unterbinden. Die Debatte spiegelt den Konflikt zwischen jagdlicher Tradition und ethischen Bedenken wider.
Aktuell gibt es in Deutschland fast 468.000 Jagdscheininhaber, allein in Nordrhein-Westfalen sind es knapp 100.000. Die Größe und Vielfalt der Messe unterstreichen die starke Jagdkultur im Land – trotz anhaltender Kontroversen über bestimmte Praktiken.
Bis Sonntag vereint die Jagd & Hund Fachausstellung, Wettbewerbe und kulinarische Events. Die Bewerbung afrikanischer Trophäenjagden stößt jedoch auf Widerstand und setzt die Veranstalter unter Druck, ethische Fragen zu klären. Mit Rekordzahlen bei Ausstellern und einem breiten Programm bleibt die Messe dennoch ein Magnet für die Jägerschaft.
