Führerschein in Deutschland kostet über 3.000 Euro – Wissings Reform soll Preise drücken
Julian FrankeFührerschein in Deutschland kostet über 3.000 Euro – Wissings Reform soll Preise drücken
Führerschein in Deutschland kostet mittlerweile über 3.000 Euro – Wissings Reformpläne sollen Abhilfe schaffen
Der Erwerb eines Führerscheins in Deutschland kostet inzwischen mehr als 3.000 Euro, wobei die Preise seit Jahren stetig steigen. Die hohen Ausgaben treiben viele dazu, nach günstigeren Alternativen zu suchen – doch die gesetzlichen Vorgaben bleiben streng. Nun will Verkehrsminister Volker Wissing mit Reformen die Kosten senken und das Verfahren vereinfachen. Doch mit schnellen Änderungen ist nicht zu rechnen.
Nach der aktuellen Regelung sind für den Klasse-B-Führerschein 14 Doppchstunden Theorieunterricht sowie 12 Pflichtfahrstunden vorgeschrieben. Die Kosten summieren sich rasant, besonders da Fahrschulen für nur 45 Minuten Praxis zwischen 55 und 77 Euro berechnen. Einige Fahrschüler weichen auf Verkehrsübungsplätze aus, wo die Preise niedriger sind – etwa 20 Euro pro Stunde auf der ADAC-Anlage in Kaarst. Allerdings sind solche Übungsflächen kaum flächendeckend verfügbar. Bekannte Standorte gibt es nur wenige, darunter die ADAC-Plätze in Baden-Württemberg oder der Verkehrsübungsplatz der Verkehrswacht Bielefeld in Nordrhein-Westfalen.
Die von Verkehrsminister Volker Wissing vorgeschlagenen Reformen könnten weitreichende Änderungen mit sich bringen: Dazu zählen rein digitale Theoriekurse, weniger verpflichtende Sonderfahrten und die Zulassung von "Laienausbildung" durch Eltern oder Freunde. Sowohl der ADAC als auch die TÜV-Verbände befürworten zwar mehr Praxis durch informelles Üben, äußern jedoch Bedenken hinsichtlich rein digitaler Lehrgänge und verkürzter Theorieprüfungen.
Aktuell bleibt das Fahren ohne Führerschein – selbst auf ruhigen Feldwegen oder leeren Parkplätzen – eine Straftat. Üben ist nur auf Privatgelände erlaubt, sofern das Areal deutlich gekennzeichnet ist und eine Genehmigung vorliegt. Wer auf baldige Kostensenkungen hofft, könnte enttäuscht werden: Der Gesetzgebungsprozess wird voraussichtlich neun bis zwölf Monate dauern. Zuerst muss Wissing die Zustimmung auf der Verkehrsministerkonferenz einholen, bevor Reformen in Kraft treten können.
Langfristig könnten die Pläne die Kosten drücken und das Fahrenlernen flexibler gestalten. Bis dahin bleiben Fahrschüler auf teure Stunden und begrenzte Übungsmöglichkeiten angewiesen. Ob die Reformen greifen, hängt von den finalen Beschlüssen und der zügigen Umsetzung neuer Regeln ab.
