Fünf Jahre Haft nach tödlichem Autoangriff auf Düsseldorfer Straßenfest
Philipp SchulteFrau absichtlich überfahren: Fünf Jahre Haft - Fünf Jahre Haft nach tödlichem Autoangriff auf Düsseldorfer Straßenfest
Ein 22-jähriger Mann ist zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, weil er auf einem Düsseldorfer Straßenfest die Tante seiner Partnerin mit seinem Auto überfahren hat. Das Gericht sprach ihn des versuchten Totschlags schuldig und verurteilte ihn zur Zahlung von 9.000 Euro Schadensersatz an die Opferin, die schwere Verletzungen erlitt.
Während der Urteilsverkündung wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft, da zwischen den Familien seit Langem eine tiefe Feindschaft besteht. Die Spannungen zwischen den Angehörigen der Geschädigten und des Angeklagten hatten sich bereits während des Prozesses zugespitzt – unter anderem war es im Gerichtsgebäude zu einer gewalttätigen Schlägerei gekommen, bei der mehrere Personen verletzt wurden.
Der Vorfall ereignete sich in Düsseldorf, wo der Angeklagte die Frau mit seinem Fahrzeug anfuhr. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass er zum Zeitpunkt der Tat ohne Führerschein und unter Alkoholeinfluss fuhr. Zwar habe er die Frau nicht gezielt angefahren, doch gab er zu, über sie hinweggefahren zu sein, während sie hilflos am Boden lag.
Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre und sechs Monate Haft gefordert, der Anwalt der Geschädigten sogar sechs Jahre und acht Monate. Die Verteidigung plädierte auf eine Bewährungsstrafe und berief sich auf mildernde Umstände. Nach dem Urteil kündigte der Verteidiger des Angeklagten an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.
Der Fall hat die Gräben zwischen den beiden Familien weiter vertieft. Bereits während des Verfahrens war es im Gerichtsgebäude zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung gekommen, weshalb für die Urteilsverkündung zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen wurden. Bisher liegen keine öffentlichen Stellungnahmen der Romnischen Gemeinschaft oder von Menschenrechtsorganisationen zum Clan-Recht (Sippenrecht) in den verfügbaren Quellen vor.
Der Verurteilte muss nun eine fünfjährige Haftstrafe antreten und zusätzlich 9.000 Euro Schadensersatz an die Geschädigte zahlen. Sein Verteidigungsteam will das Urteil anfechten, was das Verfahren in die Länge ziehen wird. Die Auseinandersetzung hat die Beziehungen zwischen den betroffenen Familien weiter belastet – eine Aussöhnung ist nicht in Sicht.
