01 February 2026, 00:25

Gedenken mit Verantwortung: Bergisch Gladbach diskutiert über Holocaust-Erinnerung und heutige Opfer

Eine große Anzahl rechteckiger Betonplatten in verschiedenen Höhen, die in einem Gittermuster auf einem geneigten Feld angeordnet sind und eine ernste Atmosphäre schaffen.

Gedenken mit Verantwortung: Bergisch Gladbach diskutiert über Holocaust-Erinnerung und heutige Opfer

Veranstaltung in Bergisch Gladbach: Wie kann man den Holocaust so gedenken, dass die Opfer gewürdigt werden?

Bei einer kürzlichen Veranstaltung in Bergisch Gladbach ging es um die Frage, wie der Holocaust in einer Weise in Erinnerung gehalten werden kann, die seinen Opfern gerecht wird. Der Historiker Roland Vossebrecker leitete die Diskussion und richtete den Fokus auf die Rolle des Unternehmens Topf & Söhne – einer Firma, die die Krematorien konstruierte, die in den NS-Vernichtungslagern zum Einsatz kamen. Die Veranstaltung heute zog ein großes Publikum an, viele Besucher wollten sich dabei auch mit dem eigenen Verantwortungsbewusstsein auseinandersetzen.

Vossebrecker zeichnete die düstere Geschichte von Topf & Söhne nach, einem Betrieb, dessen Techniker daran arbeiteten, den Massenmord "effizienter" zu gestalten. Die von dem Unternehmen gebauten Krematorien wurden unter anderem in Auschwitz genutzt, wo über 1,1 Millionen Menschen ermordet wurden. Besonders erschütternd: Die Firmeninhaber waren nicht einmal Mitglieder der NSDAP.

In seinem Vortrag bezog Vossebrecker auch Aussagen von Tätern ein, wie etwa die des Auschwitz-Fahrers Adam Hradil. Indem er deren Worte für sich sprechen ließ, machte er die eiskalte Bürokratie hinter dem Holocaust deutlich. Sein Argument: Eine "angemessene" Erinnerung heute bedeute, sich für die Opfer von Ungerechtigkeit in der Gegenwart einzusetzen.

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Die anschließende Diskussion war intensiv. Viele Zuhörer äußerten den Wunsch, konkrete Schritte für die heutigen Opfer von Gewalt und Unterdrückung zu unternehmen. Moderator Achim Rieks lobte die starke Beteiligung und die Tiefe der Debatte und betonte die Bereitschaft der Gemeinschaft, sich schwierigen Wahrheiten zu stellen.

Die Veranstaltung heute in der Nähe endete mit einem klaren Appell: Erinnerung an die Vergangenheit muss auch bedeuten, sich für diejenigen einzusetzen, die heute leiden. Die Bewohner Bergisch Gladbachs zeigten sich bereit, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und aus der Reflexion praktische Unterstützung zu machen. Die Wirkung des Vortrags wird vermutlich über den Veranstaltungsraum hinausreichen, da die Teilnehmer nach Wegen suchen, die gewonnenen Erkenntnisse umzusetzen.