Gerhard Polts Abschied von der großen Bühne – eine Ära endet am Münchner Kammerspiele
Julian Franke"Ende einer Ära" - Letzte Vorstellung von Polt-Play - Gerhard Polts Abschied von der großen Bühne – eine Ära endet am Münchner Kammerspiele
Nach fast 50 Jahren Zusammenarbeit hat Gerhard Polt am Münchner Kammerspiele vermutlich seine letzte große Inszenierung auf die Bühne gebracht. Am Sonntagabend fiel der Vorhang für sein Stück A scheene Leich – begleitet von bewegendem Applaus und stehenden Ovationen. Zwar endet damit die Ära der großen Produktionen, doch seine Verbindung zum Theater wird in neuer Form weiterleben.
Polt und die Kammerspiele verband seit 1975 eine enge Beziehung, die während einer Kabarettwoche im Werkraum ihren Anfang nahm. Drei Jahre später gelang ihm mit Kehraus der Durchbruch – eine Produktion, die später auch verfilmt wurde. Seither prägte er das Haus wie kaum ein anderer.
Sein jüngstes Werk, A scheene Leich, feierte 2023 Premiere und wurde in 52 ausverkauften Vorstellungen gezeigt. Die letzte Aufführung war von großer Emotionalität geprägt: donnernder Applaus, stehende Ovationen und innige Umarmungen zwischen Polt und den Well-Brüdern auf der Bühne. Als der Vorhang fiel, verabschiedete sich das Publikum mit herzlichem Beifall.
Intendantin Barbara Mundel betonte, dass Polts Verbindung zu den Kammerspielen damit nicht endet. Statt aufwendiger Inszenierungen mit wochenlangen Proben werden künftige Kooperationen in Form von Lesungen und kleineren Veranstaltungen stattfinden.
Mit der letzten Vorstellung von A scheene Leich geht eine Ära zu Ende – die Zeit der großen Polt-Inszenierungen am Kammerspiele. Doch sein Wirken im Haus wird bleiben. Der Wandel eröffnet neue Möglichkeiten für die kreative Partnerschaft mit Münchens renommierter Bühne.
