11 December 2025, 04:15

Gerresheimer-Aktie unter Beschuss: Leerverkäufer und BaFin-Ermittlungen erschüttern Anlegervertrauen

Ein Flyer mit einem Unternehmenslogo und einem Bild einer Tasse.

Gerresheimer-Aktie unter Beschuss: Leerverkäufer und BaFin-Ermittlungen erschüttern Anlegervertrauen

Gerresheimer-Aktie: Angriff durch Leerverkäufer

Ein Analysehaus wirft dem Pharmaverpacker aggressive Bilanzierung vor und hält eine Short-Position. Die UBS kritisiert die Informationspolitik – nach einem Ausverkauf erholt sich der Kurs leicht.

  1. Dezember 2025, 01:16 Uhr

Der Pharmaverpackungshersteller Gerresheimer sieht sich schweren Vorwürfen wegen Bilanzunregelmäßigkeiten ausgesetzt. Kritiker behaupten, das Unternehmen habe durch finanzielle Anpassungen sein organisches Wachstum künstlich aufgebläht. Die Anschuldigungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie nach einem kurzen Einbruch am Mittwoch wieder um über 3 % zulegte.

Auslöser der Kontroverse ist ein Bericht der Researchfirma Morpheus Research, die Gerresheimer aggressive Bilanzierungspraktiken vorwirft. Das Unternehmen gab zudem bekannt, eine Leerverkaufsposition gegen den Konzern zu halten. Diese Vorwürfe reiht sich in eine laufende Untersuchung der deutschen Finanzaufsicht BaFin ein, die mögliche Bilanzprobleme beim Düsseldorfer Unternehmen prüft.

UBS-Analyst Olivier Calvet übt scharfe Kritik an der mangelnden Transparenz von Gerresheimer. In einer aktuellen Studie belässt die Großbank die Aktie auf "neutral" und setzt das Kursziel bei 29 Euro an. Besondere Skepsis äußert die UBS gegenüber der Übernahme von Bormioli Pharma im Dezember 2024 – ein Deal, der wegen des hohen Kaufpreises und der schwachen finanziellen Performance des italienischen Unternehmens in der Kritik steht.

Bormioli Pharma selbst hatte 2023 einen Nettoverlust von rund 8 Millionen Euro verbucht, während die Umsätze zwischen 2023 und 2024 stagnierten. Trotz dieser Herausforderungen war die Gerresheimer-Aktie im vorbörslichen Handel zunächst auf 24,68 Euro gefallen, bevor sie sich im Tagesverlauf auf über 25,90 Euro erholte.

Die Vorwürfe und die regulatorische Prüfung werfen Fragen zu den Bilanzierungspraktiken von Gerresheimer auf. Zwar zeigte die Aktie mit der mittwochigen Erholung eine gewisse Widerstandsfähigkeit, doch steht das Unternehmen nun unter Druck, die Transparenz zu erhöhen. Das Ergebnis der BaFin-Untersuchung könnte in den kommenden Monaten das Anlegervertrauen weiter beeinflussen.

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