08 June 2026, 12:19

GLS Bank in der Krise: Kontosperren für DKP und Rote Hilfe entfachen Proteststurm

Selbstkritik im Aufsichtsrat der Genossenschaft

GLS Bank in der Krise: Kontosperren für DKP und Rote Hilfe entfachen Proteststurm

Die GLS Bank steht nach der Schließung von Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe massiv in der Kritik. Bei der diesjährigen Generalversammlung in Bochum kam es zu Protesten, während die Mitglieder über die umstrittene Entscheidung diskutierten. Trotz des Aufruhrs wurde der Vorstand mit großer Mehrheit im Amt bestätigt.

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Der Streit entbrannte, als die GLS Bank die Konten der DKP und der Roten Hilfe kündigte – mit Verweis auf rechtliche und regulatorische Vorgaben. Die Bankführung wies politische Motive zurück und betonte, die Maßnahmen seien notwendig gewesen, um Finanzregeln einzuhalten. Kritiker warfen der GLS Bank hingegen vor, sich aus Rücksicht auf ihre US-Geschäftsinteressen unter Druck setzen zu lassen.

Ein offener Brief, unterzeichnet von Tausenden, verurteilte die Kontoschließungen als Verrat an den ethischen Grundsätzen der Bank. Demonstranten warnten vor einem „dramatischen Vertrauensverlust“, sollte die Entscheidung bestehen bleiben. Während die Konten der Roten Hilfe später wieder freigeschaltet wurden, kündigte die DKP an, sich vollständig von der GLS Bank abzuwenden und stattdessen auf Sparkassen auszuweichen, die gesetzlich verpflichtet sind, alle Kunden zu bedienen.

Auf der Versammlung in Bochum verteidigte der Vorstand die getroffenen Maßnahmen und gab betroffenen Kunden Hinweise, wie sie auffällige Transaktionen vermeiden können. Anwesend war auch der ehemalige grüne Vizekanzler Robert Habeck, der an der parallel stattfindenden Nachhaltigkeitsmesse teilnahm. Die Initiative „Stop Debanking“ machte später öffentlich, dass Aufsichtsbehörden Banken verpflichten, verdächtige Transaktionen zu melden – eine Information, die die Position der GLS Bank in ein anderes Licht rückt.

Trotz der Kontroverse stimmten 676 der 720 anwesenden Mitglieder für die Beibehaltung der aktuellen Führung. Klaus Leger, Bundesgeschäftsführer der DKP, bezeichnete die Erklärungen der Bank jedoch als „vorauseilenden Gehorsam“ gegenüber externem Druck.

Die Versammlung endete mit der Bestätigung des Vorstands, doch die Folgen des Streits wirken nach. Während die Konten der Roten Hilfe weiterhin aktiv sind, hat die DKP bereits auf alternative Bankverbindungen umgestellt. Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen finanziellen Regularien und den Erwartungen einer ethisch motivierten Kundschaft auf.

Quelle