Henkel kauft Stahl für 2,1 Mrd. Euro – Fokus auf Industrieklebstoffe
Lina SchmidtHenkel kauft Stahl für 2,1 Mrd. Euro – Fokus auf Industrieklebstoffe
Henkel übernimmt niederländischen Spezialchemiehersteller Stahl für 2,1 Milliarden Euro. Die Übernahme ist Teil einer umfassenderen Strategie, um das Geschäftsfeld der Industrieklebstoffe auszubauen. Nach Bekanntgabe der Transaktion stiegen die Aktien des Konzerns um etwa 1 %. Die Akquisition folgt auf Henkels Kauf des Schweizer Spezialisten ATP Adhesive Systems im Jahr 2023, einem Anbieter wasserbasierter Spezialklebebänder. Dieser Schritt hatte die Position des Unternehmens im Bereich nachhaltiger Industrieklebstoffe bereits gestärkt. Mit Stahl – bekannt für Beschichtungen in den Bereichen Leder, Kunststoffe und Textilien – wird Henkel nun fast eine Milliarde Euro zusätzlichen Umsatz in seinem Klebstoffgeschäft generieren. Der Deal markiert zudem eine Abkehr von Henkels schwächelnden Konsumgütermarken. Stattdessen konzentriert sich der Konzern auf industrienahe Sektoren mit höheren Margen, etwa die Automobil- und Elektronikbranche. Stahls Expertise bei flexiblen Materialbeschichtungen passt perfekt in diese Strategie und festigt Henkels globale Führungsposition im Bereich Spezialchemie. Verhandlungen mit Stahl liefen bereits seit der Übernahme von ATP. Die jüngste Transaktion unterstreicht Henkels Engagement, sein Industrieportfolio durch gezielte Zukäufe systematisch auszubauen. Die Übernahme wird die Präsenz des Unternehmens in Schlüsselmärkten stärken und gleichzeitig die Abhängigkeit von schwächeren Konsumgütersegmenten verringern. Dank Stahls Technologie und Marktzugang rechnet Henkel mit einer verbesserten finanziellen Performance im Klebstoffbereich. Der Abschluss des Deals steht noch unter dem Vorbehalt der notwendigen behördlichen Genehmigungen.
