Immer mehr Grundschüler in Bergisch Gladbach müssen Klassen wiederholen
Julian FrankeImmer mehr Grundschüler in Bergisch Gladbach müssen Klassen wiederholen
In Bergisch Gladbach wiederholen immer mehr Kinder die erste oder zweite Klasse der Grundschule. Der Anstieg hängt mit wachsenden Sprachdefiziten, motorischen Schwierigkeiten sowie sozial-emotionalen Problemen zusammen. Die Schulen stehen dadurch vor größeren und heterogeneren Klassen.
Sprachliche Defizite bleiben ein zentraler Grund dafür, dass Schüler nicht vorankommen. Viele Erstklässler verfügen nicht über Fähigkeiten, die früher im Kindergarten vermittelt wurden – etwa grundlegende Konzentration oder die Fähigkeit, Anweisungen zu folgen. Manche haben aufgrund von Personalmangel und Notfallbetreuungslücken noch nie eine Kita besucht.
Die flexible Schuleingangsphase in Nordrhein-Westfalen ermöglicht es Kindern, ein, zwei oder sogar drei Jahre für den Übergang zu benötigen. Doch Schulleitungen berichten von immer mehr Schülern, die zusätzliche Zeit brauchen, was sie zwingt, die Klassenplanung jährlich anzupassen. An einigen Bergisch Gladbacher Schulen umfassen die Klassen mittlerweile 29 Kinder mit sehr unterschiedlichen Lernständen.
Vorschulförderung wurde in die frühen Lehrpläne integriert, um Wissenslücken zu schließen. Dennoch hat sich die Zahl der Kinder mit behandlungsbedürftigen Sprachstörungen beim Schuleintritt in den letzten fünf Jahren vermutlich erhöht. Landesweite Daten zeigen, dass mittlerweile 8,2 % der Schüler sonderpädagogischen Förderbedarf haben – darunter auch Sprachprobleme –, ein Anstieg gegenüber den Vorjahren.
Der Trend zwingt die Schulen, sich auf größere und leistungsheterogene Klassen einzustellen. Die Wiederholerquoten steigen, und Lehrkräfte sehen sich mit höheren Anforderungen konfrontiert, um Schüler mit Entwicklungsrückständen zu unterstützen. Die Veränderungen spiegeln die übergeordneten Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung der gesamten Region wider.






