Josefine Paul tritt als NRW-Ministerin nach Solingen-Kritik zurück
Philipp SchulteJosefine Paul tritt als NRW-Ministerin nach Solingen-Kritik zurück
Josefine Paul, die Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration in Nordrhein-Westfalen, ist von ihrem Amt zurückgetreten. Die 45-jährige grüne Politikerin legte ihr Mandat nach wachsender Kritik an ihrem Umgang mit dem Messerangriff in Solingen nieder. Ihr Rücktritt bedeutet einen Rückschlag für die Landesregierung, die nun Fragen zu ihrer künftigen Stabilität beantworten muss.
Paul gab ihr Amt nach wochenlangem politischem Druck und öffentlicher Kritik auf. Kritiker warfen ihr vor, zunächst geschwiegen, in der Kommunikation versagt und sich vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss schwergetan zu haben. Obwohl sie und die Grünen betonten, dass sie keine persönliche Schuld treffe, wurden die Forderungen nach Konsequenzen immer lauter.
Der Prozess verlief unter der Führung von Ministerpräsident Hendrik Wüst zügig. Innerhalb weniger Tage wurde ihr Ausscheiden besiegelt, um den Weg für eine Nachfolge zu ebnen. Als ihre Nachfolgerin wurde eine 39-jährige Historikerin bestimmt, die das Ressort am 27. Januar 2026 übernehmen wird.
Mit ihrem Rücktritt verliert die Regierung eine prägende Figur, was eine spürbare Lücke hinterlässt. Die Opposition hat bereits Zweifel geäußert, ob die Grünen die CDU-geführte Koalition unter Wüst weiterhin unterstützen werden. Manche vermuten, die Partei könnte ihre Haltung überdenken, sobald sich zeigt, wie die CDU von der Situation profitiert.
Ohne Paul kann sich der Untersuchungsausschuss nun wieder auf die zentralen Fragen rund um den Solinger Angriff konzentrieren. Ihr Rücktritt, der als notwendig galt, wurde weithin als längst überfällig angesehen.
Der Rückzug der Ministerin folgt einem Muster, bei dem politische Führungskräfte für systemische Versäumnisse die Verantwortung übernehmen – selbst ohne direkte persönliche Schuld. Die Grünen stehen nun vor der Entscheidung, wie sie ihre Rolle in der Koalition gestalten wollen. Unterdessen übernimmt die neue Ministerin ein anspruchsvolles Amt mit der Aufgabe, das Vertrauen in das Ressort wiederherzustellen.
