27 February 2026, 14:14

KI-Kameras sollen Raser in Kölner Wohnstraßen während Baustellen stoppen

Eine belebte Stadtstraße mit zahlreichen Fahrzeugen, hohen Gebäuden, Ampeln, Strommasten mit Drähten, Texttafeln, Bäumen und einem bewölkten Himmel.

KI-Kameras sollen Raser in Kölner Wohnstraßen während Baustellen stoppen

Eine Kölner Lokalpartei hat vorgeschlagen, KI-gestützte Kameras einzusetzen, um Autofahrer davon abzuhalten, Wohnstraßen während Baustellen als Abkürzungen zu missbrauchen. Die Fraktion Volt/FWG fordert die Installation einer Überwachung an der Nittumer Weg und am Zehntweg, wo der unerlaubte Durchgangsverkehr zunehmend zum Problem wird. Der Antrag wird auf der Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehrsflächen am 3. März 2026 offiziell beraten.

Hintergrund ist die Sperrung der Altenberger Domstraße in südlicher Richtung seit dem 9. Februar 2026. Die neunmonatige Vollsperrung zwingt Autofahrer auf eine offizielle Umleitung über Leverkusen-Schlebusch, was die Fahrzeit um etwa 20 Minuten verlängert. Die Volt/FWG-Fraktion befürchtet jedoch, dass viele stattdessen durch die Nittumer Weg und den Zehntweg fahren – trotz der Beschilderung "Anwohner frei".

Als Lösung schlagen die Politiker KI-gestützte Kameras an den Ein- und Ausfahrten der betroffenen Straßen vor. Diese sollen unbefugte Fahrzeuge automatisch erkennen und die Zufahrtsregeln durchsetzen. Damit das System datenschutzrechtlich zulässig ist, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein: eine rechtliche Grundlage (etwa eine städtische Verordnung), eine Datenschutz-Folgenabschätzung, eine öffentliche Bekanntmachung sowie strikte Datensparsamkeit – erfasst werden dürfen nur Kennzeichen oder Gesichter, die sofort anonymisiert werden müssen.

Zu den technischen Anforderungen gehören eine Trefferquote von über 95 Prozent bei der Erkennung, eine sichere Datenspeicherung mit einer maximalen Aufbewahrungsfrist von 48 Stunden sowie die Einhaltung der DIN-SPEC-27047-Norm für KI-gestützte Videoanalyse. Die Fraktion betont, dass zudem die Zustimmung des Datenschutzbeauftragten vor einer Umsetzung unerlässlich sei.

Über den konkreten Fall hinaus sieht Volt/FWG Potenzial für einen breiteren Einsatz. Sollte sich das System als rechtssicher und kosteneffizient erweisen, könnte es künftig auch an anderen Umleitungsstrecken in Köln eingeführt werden. Allerdings pochen die Politiker auf eine gründliche Kosten-Nutzen-Analyse und eine transparente Bürgerkommunikation, bevor Entscheidungen getroffen werden.

Der Vorschlag wird nun im Ausschuss für Mobilität und Verkehrsflächen geprüft. Bei einer Genehmigung könnten die Kameras noch während der laufenden Bauarbeiten an der Altenberger Domstraße installiert werden. Das Ergebnis könnte zudem richtungsweisend dafür sein, wie Köln künftig mit Verkehrsumleitungen in Wohngebieten umgeht.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones