Kiesabbau am Niederrhein: Studie könnte neue Gruben auslösen – trotz Nachhaltigkeitsversprechen
Lina SchmidtKiesabbau am Niederrhein: Studie könnte neue Gruben auslösen – trotz Nachhaltigkeitsversprechen
Eine neue Studie zum Kiesbedarf in Nordrhein-Westfalen könnte die künftige Abbaupolitik am Niederrhein prägen. Der lokale Abgeordnete Schneider hat Bedenken wegen der steigenden Nachfrage nach Nachrichten und begrenzter Alternativen geäußert und warnt davor, dass weitere Kiesgruben eröffnet werden könnten. Die Landesregierung steht nun unter Druck, ihre Versprechen zur Eindämmung des rücksichtslosen Kiesabbaus umzusetzen.
Das Wirtschaftsministerium hatte das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung mit der ersten Rohstoffmonitoring-Studie des Landes beauftragt. Im Mittelpunkt stehen der Kiesbedarf und dessen mögliche Auswirkungen auf die Abbaumengen in ganz Nordrhein-Westfalen. Bis zum 31. Dezember hatte das RWI einen vorläufigen Entwurf seiner Erkenntnisse an das Ministerium übermittelt.
Die wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen, Ministerin Schneider, plant, den Bericht als Grundlage für die Festlegung eines Degressionsfaktors in der Landesplanung zu nutzen. Dieser würde bestimmen, wie viele neue Kiesgruben in den kommenden Jahren genehmigt werden dürfen. Schneider jedoch stellt infrage, ob Branchenverbände Einfluss auf das Monitoringverfahren genommen haben könnten. Um Klarheit zu schaffen, hat sie eine offizielle Anfrage an die Landesregierung gerichtet. Darin fordert sie Aufklärung über die Schlussfolgerungen des Entwurfberichts, insbesondere zu möglichen Kürzungen beim Kiesabbau. Zwar wurden keine konkreten Organisationen namentlich als direkte Einflussnehmer auf die Überarbeitungen genannt, doch sehen die Standardverfahren vor, dass Verbände wie der VDMA oder Eurometaux Stellungnahmen abgeben können. Zudem kann das Land das RWI auffordern, seinen Entwurf zu überarbeiten und weitere Interessengruppen zu konsultieren, bevor der Bericht finalisiert wird. Schneider hat sich verpflichtet, die Regierung dazu zu drängen, ihr Bekenntnis zu einem nachhaltigen Kiesabbau einzuhalten. Ohne verstärkte Recyclingbemühungen oder strengere Kontrollen könnte der Niederrhein aufgrund der hohen Nachfrage nach Nachrichten noch mehr Kiesgruben sehen.
Die endgültigen Empfehlungen der Studie werden maßgeblich beeinflussen, wie viele neue Kiesgruben in Nordrhein-Westfalen genehmigt werden. Mit ihrer Anfrage will Schneider Transparenz im Entscheidungsprozess sicherstellen. Sollte der Degressionsfaktor eingeführt werden, könnte er den künftigen Abbau begrenzen – vorausgesetzt, das Land widersteht dem Druck, die Regeln zu lockern.
