KitschKrieg dekonstruiert "Made in Germany" mit globalem Sound und Ironie
Julian FrankeKitschKrieg dekonstruiert "Made in Germany" mit globalem Sound und Ironie
KitschKrieg: Wenn „Made in Germany“ zum Meme wird
Das deutsche Elektronik-Projekt KitschKrieg sorgt mit seiner ungewöhnlichen Herangehensweise an Musik und Identität für Aufmerksamkeit. Die Band spielt spielerisch mit dem „Made in Germany“-Label – nicht als starre Definition, sondern als ironisches Meme. Das Trio verbindet deutsche Präzision mit globalen Einflüssen, sowohl klanglich als auch visuell.
Ihr Ästhetik ist schlicht und minimalistisch, oft in Schwarz-Weiß gehalten. Musikalisch bedienen sie sich bei jamaikanischen Rhythmen, internationalem Nischen-Rap und afrikanischen Clubbeats – fernab vom klassischen deutschen Pop. Dennoch webt die Band Samples ikonischer deutscher Acts wie Blümchen oder Kraftwerk in ihre Tracks ein.
Ihr Sound wird mit Paul Kalkbrenner verglichen: klare Synths, eine tranceartige Qualität. Rapper Baran Kok steuert deutsche Texte bei, die Themen wie Dealer auf Raves aufgreifen. Awhodat, das dritte Mitglied, zeichnet für die markanten Visuals verantwortlich – von Fotos bis zu Videos.
Trotz des deutschen Brandings arbeiteten sie auf ihren beiden letzten Alben, beide unter dem Titel German Engineering, mit Künstlern aus aller Welt zusammen. Der internationale Hype um ihr Album Gut Genug zeigt, wie Streaming Popmusik über Grenzen hinweg trägt.
Für KitschKrieg ist das „Made in Germany“-Etikett eher Ironie als Tradition. Ihre Musik verbindet Handwerkskunst mit globalen Klängen und entzieht sich simplen Schubladen. Das Trio steht exemplarisch dafür, wie moderner Pop von kulturellem Austausch lebt.
