16 March 2026, 10:15

Kölner Dom plant Eintrittsgeld – und spaltet damit die Stadt

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplantes Eintrittsgeld für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – und spaltet damit die Stadt

Kölner Dom könnte bald Eintritt verlangen

Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Die Sehenswürdigkeit, die jährlich sechs Millionen Menschen anzieht, hat eine Debatte ausgelöst, nachdem die Verantwortlichen Pläne bekanntgaben, die Gebühr Ende 2026 einzuführen. Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, hat den Vorschlag scharf kritisiert und warnt, dass dies den Charakter des Ortes für immer verändern könnte.

Schock-Werner argumentiert, ein Eintrittsgeld würde den Dom in eine Art Museum verwandeln. Sie betonte, das Bauwerk sei als "missionarisches Angebot der Kirche" konzipiert worden – als Ort, der alle willkommen heiße, nicht nur diejenigen, die es sich leisten könnten. Zudem beherbergt der Dom die Reliquien der Heiligen Drei Könige und ist damit ein zentraler Anlaufpunkt für Pilger und Touristen gleichermaßen.

Die öffentliche Reaktion fällt gespalten aus. Eine aktuelle Umfrage ergab, dass 52 Prozent der Kölner jeden Eintrittspreis ablehnen, während 48 Prozent bereit wären zu zahlen – abhängig von der Höhe der Gebühr. In sozialen Medien sorgt der Vergleich mit den 10 Euro Eintritt im Berliner Dom für Empörung, doch manche halten den Schritt für längst überfällig. Kritiker befürchten, die Gebühr könnte den Zugang auf wohlhabendere Besucher beschränken und die Rolle des Doms als öffentlicher Raum untergraben.

Angesichts der Kritik wurden bereits Alternativvorschläge unterbreitet. Diskutiert werden etwa kostenloser Eintritt am ersten Donnerstag jedes Monats für Anwohner, Gebührenbefreiung für in Köln Geborene oder eine Obergrenze von 10 Euro, um den Dom für alle zugänglich zu halten. Schock-Werner räumte zwar ein, dass zusätzliche Einnahmen nötig seien, warnte jedoch, eine Gebühr könnte die spirituelle und kulturelle Bedeutung des Bauwerks schwächen.

Die Debatte über das Eintrittsgeld wird anhalten, während der geplante Einführungstermin näher rückt. Sollte die Gebühr kommen, könnte sie das Erlebnis des Doms für Millionen Besucher jährlich grundlegend verändern. Die Verantwortlichen stehen nun vor der Herausforderung, finanzielle Notwendigkeiten mit der jahrhundertealten Tradition des offenen Zugangs in Einklang zu bringen.

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