Kunstakademie Düsseldorf hält an umstrittener Veranstaltung mit Basma al-Sharif fest
Lina SchmidtPalästinensischer Künstler tritt nicht an der Akademie auf - Kunstakademie Düsseldorf hält an umstrittener Veranstaltung mit Basma al-Sharif fest
Eine geplante Veranstaltung an der Kunstakademie Düsseldorf mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif hat für Kontroversen gesorgt. Jüdische Organisationen fordern die Absage der Veranstaltung und verweisen dabei auf bedenkliche Aktivitäten der Künstlerin in sozialen Medien. Die Akademie hingegen hält an dem Termin fest und betont die Bedeutung eines offenen künstlerischen Diskurses.
Die Forderung nach einer Absage kam vom Netzwerk jüdischer Akademiker:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Sie werfen al-Sharif vor, in ihren Social-Media-Beiträgen Terrorismus zu verherrlichen und antisemitische Positionen gegen Israel zu verbreiten.
Die Akademie lehnte die Absage ab und verwies darauf, dass künstlerische Freiheit einen offenen Austausch über das Werk von Künstler:innen erfordere. Gleichzeitig betonte sie, dass Antisemitismus, die Unterstützung terroristischer Gewalt und die Infragestellung des Existenzrechts Israels an der Institution keinen Platz hätten. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Studierendengruppe Students for Justice in Palestine (SJP). Die Akademieleitung traf sich mit der Gruppe, um klare Rahmenbedingungen für die Diskussion festzulegen. Die geplante Veranstaltung wird von den Studierenden selbst moderiert und durch zusätzliche Kontextualisierung für einen respektvollen und verantwortungsvollen Austausch sorgen. Die Akademie verteidigte ihre Entscheidung, al-Sharif einzuladen, und verwies auf deren international anerkannte künstlerische Praxis als Grundlage für die Veranstaltung.
Trotz des Widerstands jüdischer Gruppen wird die Veranstaltung wie geplant stattfinden. Die Akademie ist überzeugt, dass eine angemessene Einordnung und Moderation die Bedenken ausräumen werde. Die Debatte spiegelt die anhaltenden Spannungen zwischen künstlerischer Freiheit und der Verantwortung im Umgang mit umstrittenen Standpunkten wider.
