Lissabons Aprilscherz: Strenge Regeln für Sonnenuntergangs-Fans entpuppten sich als Fake
Anton MeyerLissabons Aprilscherz: Strenge Regeln für Sonnenuntergangs-Fans entpuppten sich als Fake
Lissabons beliebteste Aussichtspunkte sollten strenge neue Regeln einführen – mit Zeitlimits, ticketpflichtigem Zutritt und Strafen für "Sonnenuntergangs-Camper". Das Pilotprojekt, das zum 1. April 2023 angekündigt wurde, versprach drehbare Glastore und Ampelsignale, um das "Sonnenuntergangs-Besetzen" an ikonischen Orten wie dem Miradouro da Senhora do Monte oder Santa Catarina einzudämmen. Doch entpuppte sich der Plan als ausgeklügelter Aprilscherz des Portals Lisboa Secreta.
Die gefälschte Bekanntmachung beschrieb ein System, bei dem Besucher:innen sich an den Aussichtspunkten nur noch 20 Minuten aufhalten dürfen – überwacht durch intelligente Drehkreuze und optische Signale. Wer rote Warnlichter ignorierte, hätte sich automatisch abschließende Tore und ein Bußgeld von 15 Euro, getauft auf den Namen TOEEC, eingehandelt. Die Einnahmen sollten täglich Reinigungsarbeiten finanzieren. Anwohner:innen in historischen Stadtvierteln hätten dagegen "Grüne-Welle"-Privilegien erhalten: Sie hätten sich anstellen können und zusätzliche Zeit bekommen.
Die Installation der Drehkreuze war angeblich für Mai 2023 an vier Standorten geplant: Graça, Senhora do Monte, Santa Catarina (auch Adamastor genannt) und São Pedro de Alcântara. Der Scherz ging so weit, dass behauptet wurde, das System solle bis 2026 vollständig eingeführt werden – inklusive Ticketpflicht zur Besuchersteuerung.
Der Streich spielte mit echten Frustrationen über überfüllte Miradouros in Lissabon, wo Tourist:innen und Einheimische in Stoßzeiten oft aneinandergeraten. Lisboa Secreta hatte die Geschichte mit scheinbar plausiblen Details – von Bußgeldern bis zu technischen Aufrüstungen – so überzeugend aufbereitet, bevor sie als Aprilscherz entlarvt wurde.
Doch weder Drehkreuze noch Zeitbegrenzungen werden an Lissabons Aussichtspunkten Realität. Der Scherz lenkte zwar die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Debatten über Tourismusdruck, ließ die legendären Sonnenuntergangs-Spots aber unverändert. Vorerst können Besucher:innen also weiterhin ohne Strafen – und ohne smarte Sperren – in den ikonischen Miradouros verweilen.






