Lutherkirche in Solingen stellt 2030 die Gottesdienste ein – doch bleibt sie lebendig
Philipp SchulteLutherkirche in Solingen stellt 2030 die Gottesdienste ein – doch bleibt sie lebendig
Die Lutherkirche in Höhscheid, Solingen, wird nach 2030 keine regelmäßigen Gottesdienste mehr abhalten. Steigende Instandhaltungskosten machen es der evangelischen Gemeinde unmöglich, das historische Gebäude weiterhin für kirchliche Zwecke zu nutzen. Dennoch bleibt die Kirche als kultureller und sozialer Begegnungsort erhalten – so sehen es die neuen Pläne vor.
Seit über 30 Jahren setzt sich der Förderverein Lutherkirche Solingen e.V. unermüdlich für den Erhalt des Bauwerks ein. Durch ehrenamtliches Engagement und Spenden hat der Verein bereits mehr als eine Million Euro in Sanierung und Revitalisierung investiert. Doch die wachsende finanzielle Belastung zwingt nun zu einer schwierigen Entscheidung: Ab 2030 werden keine Gottesdienste mehr stattfinden.
Gemeinde und Verein erkennen die Herausforderung an, bleiben aber dem Gebäude verbunden. Statt religiöser Veranstaltungen soll die Kirche künftig Konzerte, Lesungen und kulturelle Events beherbergen und so der Öffentlichkeit weiterhin offenstehen. Auch Führungen werden fortgeführt, damit Besucher die Geschichte und Architektur weiterhin erleben können. Bis 2026 übernimmt der Verein eine führende Rolle bei der Spendenakquise und Restaurierung. Bauliche Mängel erfordern weiterhin Aufmerksamkeit, doch das Ziel ist klar: Die Kirche als lebendigen Kulturort zu sichern. Beide Seiten haben sich auf eine enge Zusammenarbeit verständigt, um langfristige Lösungen zu finden – zwischen Tradition und praktischen Erfordernissen.
Der Verzicht auf Gottesdienste markiert einen Einschnitt für die Lutherkirche. Doch ihre Funktion als Ort der Begegnung für Musik, Kultur und Gemeinschaft wird sich sogar erweitern. Mit weiterer Unterstützung und sorgfältiger Planung soll das historische Gebäude auch in Zukunft ein fester Bestandteil des Solinger Erbes bleiben.
