10 February 2026, 02:18

Machtkampf in der NRW-AfD: Helferichs Rassismus-Vorwurf spaltet die politische Partei

Eine Karte von Deutschland aus dem 19. Jahrhundert, die politische Grenzen zeigt, mit beschreibendem Text oben und unten.

Machtkampf in der NRW-AfD: Helferichs Rassismus-Vorwurf spaltet die politische Partei

Im Vorfeld der Wahlen im März entbrennt in der nordrhein-westfälischen Landesverbands der AfD ein Machtkampf. Im Mittelpunkt steht Matthias Helferich, eine umstrittene Figur, der wegen der Verbreitung eines rassistischen Memes der Parteiausschluss droht. Seine Herausforderung des amtierenden Landesvorsitzenden Martin Vincentz offenbart tiefere Spannungen über die künftige Ausrichtung der politischen Partei.

Der Streit wirft Fragen nach dem internen Justizsystem der AfD auf – Kritiker zweifeln an der Unabhängigkeit des Parteischiedsgerichts. Das Ergebnis könnte entscheiden, ob die Partei ihre rechtsextremen Flügel zügelt oder sich noch stärker auf sie einlässt.

Helferichs Probleme begannen, nachdem er ein Meme veröffentlichte, das Migranten als "Bestien" darstellte und mit Äußerungen zur "Remigration" kombinierte. Das Bundesschiedsgericht der AfD urteilte, dies verstoße gegen Parteigrundsätze, und setzte seine Mitgliedschaftsrechte aus. Helferich legte Widerspruch ein – unterstützt von der Parteivorsitzenden Alice Weidel, die weiterhin Vertrauen in ihn äußert.

Die Neutralität des Schiedsgerichts steht jedoch in der Kritik. Dessen Präsident, Martin Braukmann, fungierte in Helferichs Fall als Berichterstatter, wurde aber kürzlich abgelöst. Öffentliche Unterlagen zu vergleichbaren Entscheidungen der Bundeswahlleitung oder deutscher Gerichte zu den internen Ausschlussverfahren der AfD existieren nicht.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Helferichs Verbündete, Christian Zaum und Fabian Jacobi, kandidieren nun als gemeinsames Duo für die anstehende Wahl. Ihre Herausforderung an Vincentz spiegelt den größeren Konflikt zwischen dem gemäßigteren Parteiflügel und dem völkischen Lager wider. Die Abstimmung Anfang März wird zeigen, wer den Landesverband führt – und ob die AfD ihren Kurs radikalisiert oder von Extrempositionen abrückt.

Rechtsexperten weisen darauf hin, dass die Entscheidung des Schiedsgerichts im Fall Helferich Präzedenzcharakter haben könnte. Wird sie bestätigt, könnte dies ein Signal setzen, dass die Partei Grenzen gegen radikale Kräfte durchzusetzen bereit ist. Wird sie aufgehoben, könnte dies den rechtsextremen Flügel bestärken – mit dem Risiko eines möglichen Parteiverbots nach deutschem Recht.

Die Wahl in Nordrhein-Westfalen wird mehr als nur die Führungsebene bestimmen – sie könnte den künftigen Weg der politischen Partei prägen. Ein Sieg von Helferichs Lager würde die Partei wahrscheinlich weiter in Richtung völkischer Ideologie treiben. Unterdessen steht die Entscheidung des Schiedsgerichts über seinen Ausschluss noch aus – mit weitreichenden Folgen dafür, wie die AfD ihre eigenen Reihen kontrolliert.