Mainzer Fastnacht 2024: Wie eine historische Führung die Tradition lebendig hält
Lina SchmidtMainzer Fastnacht 2024: Wie eine historische Führung die Tradition lebendig hält
Mainzer Fastnacht – eine der lebendigsten Traditionen der Stadt – startet am 11. November
Die offiziellen Feierlichkeiten beginnen zwar erst am 1. Januar, doch dann erwarten die Besucher Umzüge, Maskenbälle und satirische Darbietungen. Eine besondere Führung am 12. November widmet sich der bewegten Geschichte des Festes und wird von einem Major der Mainzer Kleppergarde geleitet.
Die Wurzeln der Mainzer Fastnacht reichen bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück und wurden unter französischer Herrschaft geprägt. Der Krähwinkler Landsturm-Umzug von 1837 gilt als Vorbild für die heutigen Rosenmontagszüge. Ein weiterer wichtiger Einfluss war die politisch-literarische Büttenrede, eine satirische Redeform, die vermutlich in der Vormärz-Zeit (1815–1848) entstand.
Noch tiefer liegen die Ursprünge im Jahr 1793, als in Mainz das erste frei gewählte Parlament auf deutschem Boden entstand. Dieser demokratische Meilenstein half, den Grundstein für die moderne Fastnachtstradition zu legen. Nach einer Unterbrechung während des Zweiten Weltkriegs wurden die Feierlichkeiten 1946 wiederbelebt und entwickelten sich zu dem Fest, das wir heute kennen.
Hunderte Fastnachtsvereine und Garden halten den Geist das ganze Jahr über lebendig. Die Führung am 12. November unter dem Titel „Mainzer Fastnacht seit 1814“ erkundet diese historischen Schichten – von der frühen politischen Satire bis zu den großen Fastnachtssitzungen, die in der Stadt stattfinden.
Die Tour am 12. November bietet die Gelegenheit, die Entwicklung des Festes nachzuvollziehen: von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis zum Neuanfang nach dem Krieg. Die Mainzer Fastnacht bleibt ein prägendes Element der Stadt, das Satire, Spektakel und jahrhundertealte Traditionen vereint. Die Feierlichkeiten dauern bis Februar an und begleiten die Stadt ins neue Jahr.






