Medienmacht in NRW: Rheinische Post will westfälische Zeitungen übernehmen
Julian FrankeMedienmacht in NRW: Rheinische Post will westfälische Zeitungen übernehmen
Die Rheinische Post hat Pläne bekannt gegeben, ihre Präsenz in Nordrhein-Westfalen auszubauen. Anfang März kündigte der Verlag an, mehrere westfälische Zeitungen sowie deren digitale Plattformen übernehmen zu wollen. Sollte der Deal zustande kommen, würde die Verlagsgruppe damit zur auflagenstärksten Tageszeitungsgruppe der Region aufsteigen.
Die Initiative folgt einer weiteren bedeutenden Veränderung in der lokalen Medienlandschaft. Bereits einen Monat zuvor, im Februar, hatte das Verlagshaus DuMont die Kölnische Rundschau von Heinen Verlag übernommen. Beide Transaktionen unterstreichen einen anhaltenden Wandel in der Branche, bei dem kleinere Verlage zunehmend von größeren Konzernen absorbiert werden.
Das Bundeskartellamt wird die Übernahme durch die Rheinische Post prüfen, doch seine Bewertung unterliegt strengen Grenzen. Rechtlich darf es lediglich untersuchen, wie sich die Fusion auf Leserzahlen und Werbemärkte auswirkt. Eine Prüfung möglicher Bedenken hinsichtlich der journalistischen Vielfalt oder der redaktionellen Unabhängigkeit ist dem Kartellamt hingegen verwehrt.
Sobald die Übernahme der Rheinische Post abgeschlossen ist, wird sie den Zeitungsmarkt in Nordrhein-Westfalen neu ordnen. Der Deal wird weitere Medienmacht in den Händen eines einzigen Verlages bündeln und damit den Konsolidierungstrend in der Branche fortsetzen. Die Entscheidung des Kartellamts wird sich ausschließlich an wirtschaftlichen Wettbewerbsaspekten orientieren – redaktionelle Auswirkungen bleiben dabei außer Betracht.






