03 March 2026, 13:27

Menden enthüllt Mahnmal für ermordete Sinti-Kinder der NS-Zeit

Ein Steinplakette an einer Wand mit eingraviertem Text, umgeben von Pflanzen unten, wahrscheinlich zum Gedenken an Holocaust-Opfer.

Menden enthüllt Mahnmal für ermordete Sinti-Kinder der NS-Zeit

Neues Mahnmal in Menden ehrt ermordete Sinti und Roma der NS-Zeit

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In Menden wird ein neues Mahnmal an die Sinti und Roma erinnern, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung wurden. Die am 9. März 2026 enthüllte Gedenkstätte würdigt mindestens 46 ortsansässige Sinti, die in Auschwitz-Birkenau ermordet wurden – darunter Mütter und 23 kleine Kinder. Die feierliche Einweihung markiert einen bedeutenden Schritt in den lokalen Bemühungen um Erinnerungskultur.

Die Initiative für das Mahnmal ging aus einer Bürgerpetition hervor und erhielt am 13. März 2024 die volle Unterstützung des Mendener Kulturausschusses. Sein Design zeigt einen großen Findling, der in zwei Teile gespalten ist – ein Symbol für Trennung und zugleich für Zusammenhalt.

Die offizielle Enthüllung beginnt am Montag, dem 9. März 2026, um 17:00 Uhr. Pastor Jürgen Senkbeil wird in der St.-Vinzenz-Kirche einen Gottesdienst halten, dem die Weihe des Denkmals auf dem Kirchplatz folgt. Bürgermeisterin Manuela Schmidt wird die Gäste begrüßen und die Bedeutung des Mahnmals als Ort des Gedenkens betonen.

Roman Franz, Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma in Nordrhein-Westfalen, wird in seiner Rede an das Schicksal der rund 500.000 Sinti und Roma erinnern, die unter der NS-Herrschaft verfolgt wurden. Zu den Opfern zählten auch sechs Kinder und Säuglinge, die dem Lagerarzt Josef Mengele für grausame Experimente ausgesetzt waren. Als Ehrengast wird Dr. Bernd Schulte, Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei, an der Veranstaltung teilnehmen.

Das Mahnmal ist ein dauerhaftes Zeichen des Respekts für die ermordeten Sinti und Roma aus Menden. Es reiht sich ein in die wachsende Zahl solcher Gedenkorte in Deutschland – doch in vielen Städten wie Weißenfels fehlen bis heute dedizierte Erinnerungsstätten. Die Zeremonie soll sicherstellen, dass ihr Leid nicht in Vergessenheit gerät.